Samstag, August 25, 2007

"Gästehaus"








Nach einigen Jahren Erfahrung mit meinem (fast) kostenlosen "Gästehaus" möchte ich ein paar Dinge vorher sagen - damit es keine Enttäuschungen mehr gibt.
Bei der Renovierung von einem alten Bauernhaus gab es für mich eine Priorität - es sollte von der Inneneinrichtung mit offenem Kamin bis zu Details wie z. B. einer Stein- oder Strohmattendecke, Fenstern und Türen (inkl. Schloß) alles möglichst wieder so werden wie es früher - vielleicht schon vor 100 Jahren - war.
Ich denke das ist gelungen und das Haus hat Atmosphäre aber leider nicht alles was moderne Menschen brauchen!?! So gibt es in den Zimmern keine Doppelbetten und kein Wasser. Waschgelegenheit, Dusche und europäisches WC sind im neueren Hausteil und nur über das Freie (Innenhof) zugänglich.
Es gab die Möglichkeit das Haus durch neuere, staubdichte Fenster und Türen und das Aufgeben offener Kamine zu modernisieren oder Staub und auch mal einen Käfer oder eine Maus in Kauf zu nehmen und sich dafür an dem Flair eines unveränderten, alten kappadokischen Bauernhauses zu erfreuen.
Nun es wurde die Variante mit Atmosphäre, Staub, Putzen und gelegentlichen Mitbewohnern. Vom Staub und den Tierchen bin ich auch nicht begeistert aber sie nehmen mir nicht die Freude an allem anderen wie es vereinzelt bei Gästen schon der Fall war.
(Viele Besucher kamen mit den Verhältnissen aber auch schon gut zurecht oder waren sogar begeistert und möchten - wie ich auch - nicht mit einem Hotelzimmer tauschen.
Trotzdem - die "Originalzustände" sind für manche ein größeres Problem als ich dachte und für Leute denen ein Käfer den Aufenthalt verdirbt oder die es lieber zeitgemäßer haben ist ein sauberes, gepflegtes Hotelzimmer (oft mit Dusche und WC) im Ort die bessere Wahl. Für unsere Verhältnisse ist das immer noch sehr preisgünstig.
Wer bei mir (ganz oder fast gratis) wohnen will muß seinen Urlaub evtl. mit Staubwischen in seinem Zimmer beginnen. Ich weiß, das ist kein üblicher Urlaubsbeginn aber manchmal habe ich keine Gelegenheit das schon vorher zu tun (z. B. bei gemeinsamer Anreise). Und ab und zu erwarte ich diese Mithilfe auch sonst. Übrigens ist das Reinigen ein guter Test ob das Bauernhaus für dich in Frage kommt oder nicht. Wenn du auch nach der gemeinsamen Reinigung denkst mit den Verhältnissen zurecht zu kommen (du darfst die Entscheidung aber schon vor dem Putzen treffen!!!) freue ich mich sehr. Nur ich möchte, daß Teppiche usw. wieder an ihren Platz kommen. Denn wer aus Hygiene einiges nicht im Zimmer will fühlt sich auch sonst nicht wirklich wohl - nach meiner Erfahrung!
Doch wer beide Seiten von einem "Leben wir vor 100 Jahren" in Kauf nehmen will ist herzlich willkommen bei mir zu wohnen.
Fast gratis ist es deshalb weil ich meine Besucher (besonders bei einem längeren Aufenthalt) um einen Beitrag für Wasser und Strom (und evtl. Reinigung) bitte. Mehr darf es schon deshalb nicht sein weil ich zu Einnahmen gar nicht berechtigt bin (und will ich von Freunden nicht!).
Wahrscheinlich habe ich bisher auch oft zu wenig gesagt wie ich meine Zeit in Ortahisar verbringe denn meine Aufenthalte unterscheiden sich doch sehr von denen eines typischen Urlaubers.
Nach 10 Jahren in denen ich diese Gegend jedes Jahr mehrmals besuche habe ich immer noch einige der bekanntesten Sehenswürdigkeiten nicht gesehen (wie das nur 3 km entfernte Open-Air Museum in Göreme!). Auch zu einer Ballonfahrt und dem Besuch einer unterirdischen Stadt habe ich mich erst die letzten Jahre überreden lassen.
Die landschaftliche Schönheit der Region und die Menschen haben mich von Anfang an so fasziniert daß ich einfach kein Bedürfnis für die absoluten "Highlights" hatte - und das ist heute noch so!
Und seit ich Obstgärten und Tiere habe verbringe ich meine Zeit mehr als Bauer als Urlauber - ob es mir gefällt oder nicht. Aber es gefällt mir!! und ich möchte keinen Moment mit einem echten Touristen tauschen.
Bei der Arbeit im Garten oder zusammen mit den Tieren (genauer gesagt sind es inzwischen ein Maultier, ein Pferd und ein Esel) auf meiner "Ranch" fühle ich mich wohl - mehr als im Teppich- oder Souvenirladen. Und die Gastfreundschaft einer Familie bei einfachem Essen - oft noch auf dem Fußboden - genieße ich sehr. Nicht zu vergleichen mit einem "kultivierten" Mahl in einem Touristenlokal. Auch eine Wanderung (zu Fuß oder zu Pferd) durch einsame Täler ist für mich ungleich schöner als das Gedränge bei den touristischen Highlights.
Ein andere Sache ist, dass ich auch einheimische Freunde habe mit denen ich mich ab und zu treffen möchte. Obwohl ich mit Gästen wirklich sehr gerne zusammen bin habe ich nicht immer die Zeit mit ihnen viel zu unternehmen. Du darfst von mir also nicht zu viel an Gästebetreuung erwarten.
Doch es geht auch vieles ohne mich ganz gut, die Einheimischen sind meist total hilfsbereit und der öffentliche Verkehr ist gut. Selbst wenn man kaum oder gar kein Türkisch spricht kommt man zurecht. Und - für alle Fälle - im nahen Göreme und Ürgüp (nur 4 bzw. 7 km entfernt) gibt es eine Menge Angebote für weniger Selbstständige.
Aber wenn du nicht so viel Wert darauf legst möglichst alle Sehenswürdigkeiten aus deinem Reiseführer zu sehen kannst du gerne mit mir zusammen alltäglichere Sachen unternehmen und den Flair des "normalen" Kappadokien genießen.
Du wirst auch so eine faszinierende Landschaft sehen und sicher einen unvergleichlich besseren Einblick in Kultur und Leben der Menschen bekommen. Und du mußt mir dabei nicht immer bei der Arbeit helfen!
Am wohlsten fühlen sich bei mir wohl Wander- und Naturfreunde, Esel- und Pferdebegeisterte oder solche die am Alltag der Menschen eines anatolischen Dorfes interessiert sind (und Verständnis dafür haben, dass ich manchmal etwas zu tun habe).
Wenn du die Liste der Sehenswürdigkeiten eines Reiseführers abhaken willst und erwartet dass ich als Fremdenführer mitkomme werde ich dich leider enttäuschen.
Nochmals: hast du Verständnis, dass ich kein richtiger Gästebetreuer bin und ein altes Bauernhaus zwei Seiten hat kann es für dich eine interessante, erlebnisreiche und im wahrsten Sinne des Wortes außergewöhnliche Urlaubszeit werden.
P.S.
Noch etwas erwarte ich von meinen Gästen: Rücksichtnahme auf die Empfindungen der Leute im Dorf. Stichwörter: Alkohol, freizügige Kleidung, Verhalten zum anderen Geschlecht oder in der Fastenzeit.
Ein paar Worte zu Ortahisar:
Liegt im Herzen von Kappadokien und einige der bekanntesten Sehenswürdigkeiten sind nur wenige Kilometer entfernt. Trotzdem viel weniger touristisch als Nachbarorte wie Göreme und Ürgüp. Das hat verschiedene Gründe und Vor- und Nachteile.
So kann man hier noch oft ursprüngliches, vom Tourismus weitgehend unberührtes Dorfleben beobachten.
Allerdings kannst du hier auch keine Sonnencreme kaufen, Geld wechseln oder abheben, kein Mountainbike ausleihen und die zahlreichen Friseure sind nur da für die Herren der Schöpfung...

Montag, Mai 07, 2007

Aprilwetter in Kappadokien/Religionsfreiheit in der Türkei?






















































































































































































































































































































































































































































































































































































































































Mein erster Türkeiurlaub 2007 war vom 13. bis 26. April mit Peter und Walter. Peter war schon das 4. Mal mit mir in Kappadokien, Walter bereiste schon einmal die Türkei vor 20 Jahren und war danach aber nie mehr dort.
Wir flogen mit Germanwings von Stuttgart nach Istanbul und von dort ging es weiter mit dem Bus nach Kappadokien.
Die Flüge von Germanwings haben in Istanbul (übrigens nicht nur in Istanbul!) keine angenehme Ankunftszeit aber man kommt trotzdem in akzeptabler Weise weiter. Nachdem man nach der Landung eine knappe Stunde mit Warten (Zollabfertigung und Gepäck) verbracht hat kann man in den Havas-Bus einsteigen der zum Busbahnhof Harem fährt. Im Bus verbringt man meistens nochmals einige Zeit mit dem Warten auf die Abfahrt aber das ist eigentlich auch egal, denn sonst würde man nur das gleiche etwas später am Busbahnhof machen - auf den ersten Bus nach Ankara. Der ist meist etwa um 5 Uhr morgens, vielleicht auch eine halbe Stunde früher oder später. Aber es reichte bisher immer auf den 11 Uhr Bus von Ankara nach Kappadokien und am späteren Nachmittag waren wir auch diesmal in Ortahisar, unserem Ziel.
Die erste Überraschung war dass Bäume und Blumen bei uns im Vorarlberger Rheintal schon sichtbar weiter waren - normalerweise ist der Frühlingsbeginn recht ähnlich. Auch von der Temperatur waren wir überrascht - es war hier in Zentralanatolien deutlich kühler als bei uns die Tage (oder Wochen!) davor. Allerdings hatten wir in Österreich auch eine Ausnahmesituation was die Milde des Winters und Frühjahrs anbelangt. In Kappadokien war es umgekehrt, dass Ende April noch geheizt wird ist hier die Ausnahme.
Meine bisherige Erfahrung war auch die, dass es meist Mitte April deutlich wärmer wird und ein Heizen ab diesem Zeitpunkt sich erübrigt. Diesmal leistete uns der kleine alte Holzofen im Zimmer aber vom ersten bis zum letzten Tag gute Dienste.
Gleich am Tag nach unserer Ankunft holten wir meine 3 Tiere (ein Pferd, ein Maultier und ein Esel) aus ihrem Winterquartier in Avanos. Sie machten einen gut genährten Eindruck und zumindest Toprak (das Pferd) war voll überschüssiger Energie. Kadife, die junge Eselin war sogar verdächtig dick, ob sich da vielleicht ein Mauleselfohlen anmeldet?
Die knapp 20 km Heimweg machten wir zu Fuss und ich war total froh um meine Begleiter Walter und Peter. Ohne sie wäre das so gar nicht möglich gewesen da Toprak zu viel Bewegungsdrang hatte und wir zudem teilweise durch bewohntes Gebiet oder zwischen angebauten Feldern gingen. Das Wetter zeigte sich von der für diese 12 Tage typischen Seite, Sonne, blauer Himmel und Wolken wechselten häufig. An diesem Tag setzte sogar etwas Schneefall ein, gerade als wir unser Ziel nach etwa 6 Stunden erreicht hatten! Schnee gab es aber nicht alle Tage und die wenigen Zentimeter waren dann auch auf höher gelegenen Bergkuppen nach 2 - 3 Stunden Sonne schon wieder weg. Nur der fast 4000 Meter hohe Erciyes glänzte immer im Schnee.
Wetter und Temperatur waren ein wenig enttäuschend für meinen Besuch obwohl die Sonne an keinem Tag fehlte. Für mich war es ganz in Ordnung - wahrscheinlich weil ich es schon mehr aus der Sicht des Bauern sehe und mich in diesem trockenen Land über jeden Regentropfen freue.
Von meinem Hobby Landwirtschaft bekommt meist auch mein Besuch etwas mit - je nach Saison mehr positiv oder negativ. So auch diesmal. Es war die Zeit um die Reben zu schneiden und wenn mir meine Freunde da nicht geholfen hätten wäre ich diesen kurzen Urlaub alleine zum großen Teil wohl damit beschäftigt gewesen.
Ein andere etwas schwierige Sache für meine Besucher - und für mich als Gastgeber - ist ein zweites Hobby von mir, Tiere. Da ich meine vierbeinigen Freunde bisher recht selten sehe - eben nur im Urlaub - und ich auch total gerne reite und mit ihnen was unternehme sieht es dann oft so aus: Wir machen etwas was jedem gefällt und wo alle (inkl. Vierbeiner) mitmachen und mitkommen können - eine Wanderung in dieser wunderschönen Gegend. Da Toprak, mein Pferd fast immer voller Energie und Datendrang ist (und ich ab und zu auch gerne ein Stück im Gallop unterwegs bin!) lassen wir den Rest der Gruppe oft auch mal etwas hinter uns. Dass so eine Wanderung mit dem "Führer" zu Pferd und manchmal ein paar hundert Meter vorne (oder überhaupt aus dem Blickfeld!) nicht jeder optimal findet verstehe ich. Trotzdem scheint es mir oft eine zumutbare Lösung zu sein! Jedenfalls wenn meine Gäste wie Walter und Peter Tiere auch gerne mögen.
Du wirst dich nun vielleicht fragen ob meine Gäste denn nicht auch reiten könnten - auf Maultier und Esel? Da möchte ich dir sagen, dass kleine Esel mit großen und dickbäuchigen Touristen beladen mir schon immer leid taten. Dick und übergewichtig sind zwar die wenigsten meiner Besucher aber meist doch groß und schwer genug um meine (willkürlich?) festgelegte Grenze von 55 - 60 kg für mein altes Maultier und die junge Eselin (ist kein Riesenesel!) zu überschreiten. Aber Leute wie Peter und Walter verstehen das - da bin ich echt froh!
Die meisten meiner Gäste sehen mit mir zusammen (bedingt durch die Gärten und Tiere) auch nicht viele der großen Sehenswürdigkeiten, dafür bekommen sie aber oft ein bißchen mehr Einblick in das übrige, mehr alltägliche Kappadokien. Das war auch diesmal nicht anders.
Gleich am Anfang waren wir auf Besuch bei Ali und Nurten wo wir auch noch Gerhard und Erika trafen. Leider sind sie nicht mehr lange geblieben und sind auf der Suche nach mehr Wärme und Sonne mit ihrem riesigen (hatte noch nie eines in der Größe gesehen!) Wohnmobil an die Südküste weitergefahren.
Eine Änderung gab es in Ortahisar im Vergleich zum Herbst. Auf dem Wahrzeichen von Ortahisar (dem markanten Burgfelsen) war diesmal wirklich kein Mensch zu sehen. Der Grund waren die Gefahr- und Verbotsschilder die jetzt deutlich sichtbar angebracht sind - wohl die Folge eines kürzlichen Felssturzes in Ürgüp wo 3 Menschen ums Leben kamen. Ob Ortahisar deshalb für Touristen weniger interessant wird? Auf jeden Fall werden Anstrengungen unternommen den zweiten, etwas weniger imposanten Burgfelsen von Ortahisar für Touristen durch eine gepflasterte Straße und einen kleinen Park mit Gastronomiebetrieb zu erschließen.
Am 2. Sonntag haben wir in Nevsehir einen christlichen Gottesdienst besucht. Diese Möglichkeit mit anderen (gläubigen) Christen zusammenzukommen und gemeinsam Gottesdienst zu feiern gibt es erst seit einigen Jahren und ist für mich die schönste und größte Veränderung in meiner 2. Heimat - seit ich Kappadokien kenne!
Durch meine Glaubensgeschwister habe ich auch von den traurigen Ereignissen in Malatya gehört, die auch in den türkischen Medien einige Tage in den Schlagzeilen waren. Da ich aber in Kappadokien - gerade wenn ich nur so kurz dort bin - oft ganz von der Nachrichtenwelt abgeschnitten bin (kein Fernseher, kein Radio, keine Zeitung und kein Internet!) hätte ich ohne meine christlichen Freunde wohl nichts von den grausamen Morden an zwei türkischen und einem deutschen Christen in Malatya mitbekommen.
Ehrlich gesagt hat mich die die Reaktion (oder besser Nichtreaktion) der Menschen in "meinem" Dorf darauf noch sehr beschäftigt. Dass beim Tod des letzten Papstes mich einige angesprochen und ihre Anteilnahme ausgedrückt haben und diesmal keiner meiner Bekannten und Freunde diese schrecklichen Morde nur erwähnt hat kann man verschieden deuten aber mich hat es bedrückt.
Hat es wirklich nur mit der türkischen Kultur zu tun (dass man nur sehr ungern schlechte Nachrichten sagt)? Diese Erklärung würde ich nur zu gerne glauben aber leicht fällt mir das nicht. Die Nachricht über den Tod des Papstes war ja auch keine gute Nachricht und das hielt die Menschen nicht ab ihr Beileid auszudrücken.
Natürlich und "normal" wäre es für mich schon gewesen wenn wenigstens einzelne mir gesagt hätten, dass sie über diese Vorkommnisse traurig sind und es ihnen leid tut dass so etwas in ihrem Land geschehen konnte.
Aber ich fürchte, dass unter meinen Bekannten kaum einer so fühlte und eher Gleichgültigkeit (sind ja auch selber schuld wenn sie Bibeln verbreiten) und vielleicht sogar mehr oder weniger volle Zustimmung (geschieht diesen Christen wirklich recht, sie haben es verdient) da war. So könnte ich mir das Schweigen jedenfalls besser erklären.
Schließlich fragte ich dann doch einen 16 jährigen Jungen den ich sehr gerne habe und wirklich gut und schon lange kenne ob er etwas von den Dingen in Malatya gehört hat. Er antwortete mir nur kurz: "Ja, sie haben (anscheinend, hat man mir gesagt) Bibeln verbreitet." Als ich ihn darauf erstaunt fragte ob er denn glauben würde dass "Bibeln verbreiten" so was schlimmes wäre sagte er dass er es mir erklären wolle und gleich zu mir komme. Dazu kam es aber nicht - seine Eltern wollten es nicht und ich sollte zu ihnen rüberkommen. Das verstand ich wirklich gut aber mein junger Freund sagte dann, dass er nicht mehr darüber sprechen will. Nun ich muss kein Hellseher sein um zu erahnen warum mir mein junger Freund nichts mehr erklären wollte. Da lag es nun an mir das "Eis zu brechen" und etwas zu sagen. In solchen Situationen merke ich wie wenig ich die Sprache immer noch beherrsche obwohl ich sonst im Alltag mit meinem Türkisch eigentlich ganz gut zurechtkomme. Jedenfalls versuchte ich zu sagen, dass jeder echte Gläubige (ob Moslem oder Christ) möchte dass andere die Wahrheit - so wie er sie versteht - finden und den rechten Glauben kennenlernen. Und dass es mich sehr traurig macht und es für mich sehr schlimm ist wenn Menschen in einem Land ihren Glauben nicht leben und/oder weitersagen dürfen. Die Eltern des Jungen schienen mich - trotz meinem mangelhaften Türkisch - da wirklich zu verstehen und schienen auch so zu denken wie ich. Trotzdem sagten auch sie mir nicht, dass sie sich für diese Morde schämen würden oder sich dafür entschuldigen möchten - oder es auch ihnen sehr leid tun würde.
Wie kann man das verstehen? Aber Glaubens-, Religions- und Meinungsfreiheit in der
Türkei ist wirklich ein eigenes Thema und darüber - auch wie ich das praktisch erfahre - schreibe ich wohl einmal extra. Also über dieses heikle Thema später, vielleicht in meinem nächsten Post?
Unser Rückflug war wieder mit demselben Billigflieger zu ähnlich ungünstiger Zeit. Aber durch liebe Freunde in Istanbul war das nicht so schlimm. Wir nahmen einen Nachtbus von Metro (zu empfehlen!) nach Istanbul und verbrachten dort einen Tag mehr oder weniger mit "Sightseeing" - nach einem guten türkischen Frühstück bei Freunden in Ümraniye. Bei Manfred und Debrah waren wir dann auch wieder zum Abendessen und ich konnte mich sogar noch ein wenig bei ihnen ausruhen bevor wir mit dem Havas-Bus nach Mitternacht zum Flughafen fuhren.

Freitag, Februar 16, 2007

Oktober 2006, Teil 3


















































































































































































































































































































































































































































































































































































Die letzten Tage von dieser Zeit in Kappadokien vergingen wie immerl viel schneller als mir recht war. Obwohl ich mich am Ende eines längeren Urlaubs ja auch wieder ein wenig auf ein Wiedersehen mit Freunden in Österreich freue!
Bei herrlichem Herbstwetter - ich kann immer noch nicht sagen welche Jahreszeit in Kappadokien mir am besten gefällt! - vergingen die Tage aber wie im Flug und viel zu schnell.
In der letzten Woche hatte ich dann noch ein besonderes Erlebnis.
Toprak, mein Hengst ist als Ausreißer ja leider schon ortsbekannt. Das hatte in der Vergangenheit verschiedene Ursachen wie meine Unerfahrenheit und Sorglosigkeit im Umgang mit Pferden und im besonderen mit einem Hengst aber auch eine noch mangelhafte Einzäunung meiner "Ranch". Am Ende vom Oktober dachte ich allerdings schon, dass ich aus all den vergangenen Erfahrungen gelernt hätte und auch die Zäune jetzt stabil genug wären.
Außerdem hatte Toprak ja mit Kadife der Eselin diesen Sommer ein weiteres hübsches weibliches Herdenmitglied dazubekommen, sollte er denn jetzt nicht langsam zufrieden sein?
Leider ist Toprak dann aber in der letzten Woche doch noch einmal ausgerissen und hat nachts einer Pferdefarm in Ürgüp einen Besuch abgestattet. Leider ist es diesmal nicht so gut abgegangen wie früher weil Toprak diesmal sich als erstes Ziel gleich die Unterkunft von einem der beiden Hengste dort ausgesucht hat.
Ausgerissen ist eigentlich nicht ganz richtig denn ich hatte ein Weidetor offen gelassen! Wie ich nicht mehr an das offene Tor denken konnte ist mir immer noch ein Rätsel.
Als ich - nach meiner Gewohnheit - früh morgens auf die Koppel kam standen Garip (das Maultier) und Kadife (der Esel) alleine nur ein paar Meter außerhalb der Umzäunung und grasten dort zusammen. Von Toprak war leider keine Spur zu sehen, dafür sah ich nur zu gut dass eines von den 3 Toren offen war!
Ich hatte wohl noch keine Minute über die Situation nachgedacht als schon mein Handy klingelte und ich gefragt wurde ob Toprak bei mir wäre!
Was war geschehen? Auf einer Pferdefarm im 7 km entfernten Ürgüp wurde am frühen Morgen eine Stalltür völlig demoliert vorgefunden und der teure, eingestellte Araberhengst war nicht mehr da.
Die Französin hat auch gleich auf den richtigen Übeltäter getippt und so waren 5 Leute einen halben Tag mit der Suche nach den beiden beschäftigt. Als wir sie dann nach einigen Stunden grasend auf einer Wiese Richtung Mustafapasha fanden hatte ich gelernt zu beten. Am besten denkt man nicht daran was da alles passieren hätte können.
Pferden sind auf einer Verfolgunsjagd bei einer Straßenüberquerung evtl. Autos und dgl. wohl ziemlich egal!
So war ich auch riesig dankbar dass nicht mehr passiert ist. Zwar haben die beiden einander trotzdem ziemlich hergerichtet und der Araber war noch um einiges schlimmer verletzt als Toprak. So war ich auch gleich wieder einiges Geld los für Tierarzt, eine neue Stalltür, die Suchmannschaft mit Auto...
Noch ein anderes nicht ganz so schönes Erlebnis gab es nur ein paar Stunden vor meinem Abflug in Ankara. Da ich dort am Busbahnhof noch genug Zeit hatte vor der Flughafenbus für meinen Flug abfuhr wollte ich mir noch für den Kauf von ein paar Büchern (gibt es auf diesem riesigen Busbahnhof wohl rund um die Uhr zu kaufen) bei einem Bankomat Geld abheben.
Leider wurde ich dabei nur meine Bankomatkarte los. Die Moral von der Geschichte: Es ist nicht immer gut kurz vor einer Weiterreise an einem türkischen Bankomaten für etwas Bargeld seine Karte aufs Spiel zu setzen oder noch allgemeiner - es ist gut bei Reisen nicht alles auf eine Karte zu setzen...

Montag, Februar 12, 2007

Oktober 2006, Teil 2



















































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































Den Rest vom Oktober war ich dann alleine. Obwohl die Obsternte dieses Jahr nicht die geringste Arbeit machte (es gab nur vereinzelt einen Baum an dem mal eine Quitte oder ein paar Äpfel hingen) fand ich noch etwas Arbeit. So wurden einige Bäume von dürren Ästen befreit und damit die Zäune "verstärkt". Ein paar kleinere Ausflüge machte ich auch und eine Menge Fotos - deshalb hab ich den Rest aufgeteilt in Teil 2 und 3.
Leider gab es auch Susie meinen kleinen zugelaufenen Hund nicht mehr. Die Leute sagten, dass sie ihn nach meiner Heimfahrt im September noch 2 oder 3 Tage gesehen hätten und er dann spurlos verschwunden war. Diesen klugen und total lieben und anhänglichen Streuner hatte ich im September echt liebgewonnen. Ich hoffe dass der kleinen Hündin nichts schlimmes passiert ist und sie ein netter Mensch "adoptiert" hat.

Montag, Februar 05, 2007

Oktober - letzter Urlaub (unbezahlt) 2006, Teil 1





































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































Meine sechste und letzte Türkeifahrt 2006 war vom 1. bis 31. Oktober. Ich hatte wie schon die beiden letzten Jahre Karenzurlaub bekommen und so wurde mein längster Türkeiaufenthalt dieses Jahr möglich. Mit mir ist Peter geflogen der leider schon am 13. Oktober wieder zurück musste. Diese ersten 12 Tage mit meinem Arbeitskollegen machen Teil 1 aus (ich denke es werden 3).
Das leider im vorigen Satz ist bewusst und ehrlich, denn mit kaum einem anderen Gast kann ich mein "Traumland" so genießen wie mit Peter. Ihm scheinen Land und Leute genauso zu gefallen wie mir, hat kein Programm von Sehenswürdigkeiten die es abzuhaken gilt und verlangt von mir nie, dass ich einen Plan für die nächsten Tage habe. Und was ich auch ganz besonders schätze ist, dass ihm - obwohl er auch nicht viel mehr Türkisch versteht als andere - Besuche bei meinen einheimischen Freunden nicht langweilig sind.
So hat mir Peter einen großen Teil der Zeit bei den Tätigkeiten Gesellschaft geleistet die ich auch ohne ihn getan hätte: Besuche bei Freunden, Arbeiten die zu machen waren (nochmals einzäunen!), die Tiere füttern... Einige Wanderungen haben wir auch gemacht und außerdem bekamen wir Kurzbesuch von Ali und Barbara! Einmal waren wir auch Reiten in Avanos und oft habe ich auch Fotos gemacht - aber nicht immer. So gibt es kein Foto vom gemeinsamen Reiten oder Arbeiten, Besuchen bei Einheimischen ...
Trotzdem gibt es eine Menge Bilder von der kurzen Zeit mit Peter.

Mittwoch, Januar 31, 2007

2006 - ein Rekordjahr: die 5. Türkeifahrt im September








































































































































































































































































































































































































































































































































































































2006 wurde ein Rekordjahr was die Anzahl meiner Türkeireisen in einem Kalenderjahr anbetrifft. Die 10 Tage Anfang September waren schon meine 5. Reise in diesem Jahr und da ich im Oktober unbezahlten Urlaub bekam sollten es 2006 tatsächlich 6 werden!
Bisher hatte ich auch aus Umweltschutzgründen so kurze Urlaube mit dem Flugzeug vermieden aber dieses Jahr war ich in einem Dilemma. Um möglichst viele Tage in der Türkei sein zu können war ich zu Kurzurlauben gezwungen. Das hat mit Diensttausch und Peter, einem in dieser Hinsicht äußerst hilfsbereiten und verständnisvollen Kollegen zu tun. Diese Möglichkeit nutzte ich dieses Jahr noch so gut es ging denn Peter sollte noch im Herbst frühpensioniert werden. (das wurde er dann auch tatsächlich am 21. Oktober!) Nochmals vielen Dank, Peter!
So flog ich in der Nacht vom 2. auf den 3. September von Basel nach Istanbul, die Rückreise war schon eine Woche später mit dem Zug weil ich noch eine Freifahrt hatte und keinen günstigen Rückflug finden konnte! Ich verstehe jeden der mich da nicht mehr für ganz normal hält aber ich genoss diese verrückten 10 Tage wirklich sehr.
Viel von dieser ersten Septemberwoche 06 schreibe ich nicht, die Bilder erzählen ja auch ein wenig, oder? Trotzdem noch ein paar Worte: Susie, die streunende Hündin hatte mich schon am ersten Morgen aufgespürt und überschwenglich auf Hundeart begrüßt! Und ich bin diesen kleinen Hund diese Woche nicht mehr losgeworden - aber das wollte ich auch schon gar nicht mehr! Die letzte Nacht vor meiner Abreise durfte er sogar in meinem Zimmmer schlafen und das brachte mir noch ein besonderes (Abschieds)erlebnis ein. Susie weigerte sich mit mir aus dem Zimmer zu gehen als ich endgültig meinen Koffer nehmen und das Zimmer verlassen musste - mein Bus nach Istanbul fuhr um 8 Uhr ab. Da half mir nichts als den kleinen Hund (ganz so klein ist er auch wieder nicht!) auf die Arme zu nehmen und ihn so vor die Tür zu setzen! Aber die Überraschung war noch nicht zu Ende. Obwohl Susie mir die ganze Woche nicht von den Fersen gewichen ist und auf den leisesten Zuruf sofort ausprang und überall hin liebend gern mitkam blieb die Hündin jetzt einfach sitzen und schaute mich an! Nun das war mir nicht so unrecht dass ich ohne Susie zum Bus gehen konnte. Aber hatte der Hund gewusst dass ich jetzt wegfuhr? Oder hat er sogar geahnt dass wir uns nicht mehr sehen würden?
Die meisten sonstigen Dinge die in dieser kurzen Woche passiert sind sollen jetzt die Fotos erzählen. Da sieht man zum Beispiel dass aus dem schönen Grundstück mit Blick auf den Erciyes etwas geworden ist was einer kleinen Ranch schon fast ähnlich sieht oder dass die Heimreise mit dem Zug war und da in Istanbul schon Wintersachen verkauft wurden oder...

Samstag, Januar 27, 2007

10 Tage Kappadokien Anfang August 06
































































































































































































































































































































































































































































































































































Da es Anfang August nur für mich ungewohnt hohe Flugpreise gab entschied ich mich für eine Zugfahrt (ich habe 1 x im Jahr eine Freifahrt). Eine Zugreise vom Westen Österreichs nach Istanbul dauert nach Fahrplan 2 Tage und 2 Nächte, in der Praxis kommen oft noch ein paar Stunden Verspätung dazu. Diesmal war es schon fast ein halber Tag!
Eigentlich ein Rätsel bei den (für mich zumindest) unverständlich langen Grenzaufenthalten - man würde meinen dass dieser Zug mit reichlich Zeitreserven unterwegs wäre. Da aber nur wenige "Verrückte" noch mit dem Zug in die Türkei reisen scheint dieser Zustand kaum jemand zu kümmern und so ist Fahrplan (und Verspätungen!) seit vielen Jahren praktisch unverändert. Schade - denn die Strecke hat ihren Reiz und wenn man nicht wie eine Schnecke unterwegs wäre könnten die Fahrgäste sicher wieder mehr werden.
Wenn der Zug pünktlich ankommt schafft man es noch am selben Tag mit dem Bus bis Kappadokien - mit Umsteigen in Ankara. Diesmal war es wieder zu spät und so nahm ich mir Zeit Fotos von dem immer noch schönen Bahnhof (obwohl er sicher bessere Zeiten sah) zu machen und dann ohne Eile die Fähre (kaum 100 Meter vom Bahnhof entfernt) nach Harem zu nehmen. Nach einer schönen und Fahrt mit toller Aussicht von gut 20 Minuten ist man auf der asiatischen Seite wo neben der Anlegestelle auch gleich der Busbahnhof ist. Da fast sofort ein Bus nach Ankara abfuhr stieg ich gleich ein mit der schwachen Hoffnung vielleicht doch noch vor Mitternacht Kappadokien zu erreichen. Aber wie erwartet war der letzte Bus bereits abgefahren und das bedeutete einige Stunden auf den Nachtbus zu warten - der abends in Istanbul abfährt. Die Temperatur an diesem Tag (und in der Nacht!) war nicht mehr ganz nach meinem Geschmack - um Mitternacht hatte es in Ankara immer noch 31 Grad! Das überraschte mich, denn Ankara liegt nicht viel niedriger als Kappadokien wo es selbst bei großer Tageshitze in der Nacht abkühlt.
Als ich in der Früh in Ortahisar ankam gab es die nächste, tierische Überraschung. Susie, der kleine Hund der sich im Juli besonders mit Noomi, Tirza, Samuel und Thomas bestens angefreundet hatte schien sich auch über die Rückkehr von einem Mitglied der netten Touristengruppe ungemein zu freuen und so hatte ich vom ersten Tag an eine treue Begleitung fast überall hin! In Ortahisar gibt es wie überall in der Türkei keine Hundehaltung wie es bei uns üblich ist. Entweder ist der Hund an einer Kette und verdient sich sein Brot als Wachhund oder er hat das Glück ein Streuner sein zu dürfen mit dem Handicap sich das Fressen meist selbst besorgen zu müssen. Menschenbezogene und kluge Streuner lernen scheinbar manchmal dass eine bestimmte Gruppe von Menschen (die sich wohl alle irgendwie ähnlich verhalten oder riechen und ausschauen müssen!) für sie die besten und einfühlsamsten Kumpel ergeben!
Ich hatte noch echte Freude mit dieser anhänglichen und verspielten Hündin und es tat mir leid sie so bald wieder "alleine" lassen zu müssen. Neben einigen Wanderungen mit Toprak, Garip, Kadife und Susie arbeitete ich auch wieder etwas mit Mehmet, Mustafa und Tarik. Die Arbeit war größtenteils weitere Verbesserung der "Infrastruktur" für Pferd, Maultier und Esel. Mehr sollen die vielen Fotos erzählen!
Zurück flog ich übrigens wieder von Istanbul.

Mittwoch, Januar 17, 2007

Juli 06 - 2 Wochen Türkei mit Freunden






























































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































Im Juli 2006 (sollte das Jahr mit den bisher meisten Türkeifahrten werden) flog ich mit 2 Familien aus meiner christlichen Gemeinde kurz nach dem Beginn der Schulferien wieder nach Izmir. Diesmal erwartete uns am Flughafen der Bus von Agape Reisen und so waren wir schon am frühen Morgen an unserem ersten Ziel, Mugla.
Da wir gut 2 Wochen später auch wieder von Izmir zurückflogen wollten wir zu Beginn und am Ende unseres Türkeiurlaubes ein paar Tage in Mugla mit Baden verbringen. Von Mugla (liegt nicht direkt am Meer) kann man in etwa 40 Minuten mit dem öffentlichen Bus an einen wunderschönen Strand fahren!
Mugla ist für mich ein wunderbarer Ort in mehr als einer Hinsicht. Im Sommer wegen seiner Höhenlage angenehmer als an der Küste, kaum Touristen und modernes und altes, traditionelles türkisches Leben ganz nah beieinander! Wirklich ein idealer Einstieg in die "echte" Türkei abseits der Ferienclubs und eine gute Einstimmung auf Kappadokien.
Die Idee eines Kappadokienaufenthaltes eingerahmt von Badetagen am Anfang und Ende kann ich weiterempfehlen - es sei denn du bist ein ausgeprochener Kappadokienliebhaber wie ich es bin. Da ginge es auch ohne das "Rahmenprogramm"!
Viel möchte ich zu diesem gemeinsamen Urlaub mit Freunden nicht schreiben aber dafür gibt es eine ganze Menge Bilder. Da siehst du auch was wir gemacht haben - schwimmen, wandern, reiten... Ich hatte auch noch ein wenig Arbeit im Garten - der Weidezaun musste noch stabiler werden. Leider hatte er sich für meinen Hengst nicht als genügend ausbruchsicher erwiesen!
Für mich war es jedenfalls eine wunderschöne Zeit und ich denke (oder hoffe) für meine Freunde (jedenfalls meistens!!) auch!
Zu einer großen Neuerung möchte ich aber noch etwas sagen. In Ortahisar erwartete mich diesmal ein Neuzugang in meiner "Pferdefamilie" - eine dreijährige Eselstute. Irgendwie hatte ich im Juni vor meiner Rückkehr eine - nüchtern gesehen - wenig vernünftige Entscheidung getroffen, nämlich zu Pferdehengst Toprak und der Maultierdame Garip noch eine junge Eselin zu kaufen. Na ja, - mit Vernunft hatte das wenig zu tun, und außer meiner über das übliche hinausgehende Liebe zu Tieren gibt es dafür keine Erklärung.
So hatte ich also Mehmet, der mir diesen Sommer auf die Tiere schaute, für einen evtl. Kauf eines jungen, weiblichen Esels und noch einige andere Dinge (wie weiteres Rundholz) Geld gegeben. Als ich wieder in Österreich war überlegte ich mir die Sache noch mal und telefonierte Mehmet dass er mit dem Kauf des Esels warten soll. So war ich dann schon etwas überrascht dass er trotzdem einen Esel kaufte - und das zu mehr als dem doppelten Preis den wir dafür gedacht hatten! Als ich "Kadife" (so sollte die Eselin etwas später heißen) das erste Mal sah war ich ziemlich enttäuscht - ich fand meinen Esel definitiv nicht besonders schön und einfach viel zu teuer (500 YTL)!
Immerhin war er überhaupt nicht störrisch und ging ohne weiteres brav mit mir und meinen Gästen mit. Das war die erste von vielen netten Erfahrungen mit Kadife und bald war ich von dem jungen Esel total begeistert. Ich war natürlich auch ein wenig gespannt wie Kadife von Toprak und Garip aufgenommen würde aber auch das klappte einfach wunderbar. Und nach ein paar Tagen fand ich mein Langohr (Kadife hat wirklich noch längere Ohren als die meisten ihrer Artgenossen!) nicht nur total lieb und nett sondern auch wirklich hübsch!
Komisch, ähnlich war es auch mit Toprak, meinem Pferd.

Mittwoch, Januar 10, 2007

Kurzurlaub 12. bis 21. Mai 06



































































































































































































































































































































































































































































Bisher waren meine Türkeifahrten länger als 10 Tage aber dieses Jahr musste ich durch verschiedene Umstände (am Arbeitsplatz) mehrere kürzere Urlaube nehmen um möglichst viel in meinem Lieblingsland zu sein. Eigentlich sollte auch meine Mutter wieder mitkommen aber leider wurde daraus dann doch nichts. So flog ich diesmal supergünstig (und mit deutlichem Übergepäck) nach Izmir. Diesmal hätte ich dafür auch bezahlen müssen wenn ich nicht ein besonderes Argument gehabt hätte. Ich hatte ja auch noch das Ticket von meiner Mutter (ein Storno ist bei Germanwings nicht möglich) und so ging es dann auch diesmal ohne Aufzahlung.
In Izmir besuchte ich Ali und Barbara und traf sogar meinen alten Freund Joachim mit seinem hübschen Mädchen (auf dem Foto zu sehen). Da diesmal meine Tage wirklich gezählt waren fuhr ich aber schon am Abend mit dem Nachtbus weiter nach Kappadokien - ohne Freunde in Mugla zu besuchen.
In Ortahisar angekommen boten die Nußbäume einen erbärmlichen Anblick. Statt den herrlichen grünen Blättern hing nur mehr graues Zeug von den Ästen. Davon habe ich kein Foto gemacht! Eine einzige Nacht Frost im April war dafür verantwortlich. Der Schaden betraf nicht nur die Nußernte - es sollte dieses Jahr außer (wenig) Trauben kaum etwas zu ernten geben. Diese Nachricht war keine Freude obwohl mich so etwas ja kaum wirklich trifft - im Gegensatz zu vielen einheimischen Bauern. Bisher hatte ich im Herbst nur eine zusätzliche Sorge: Was mache ich mit all dem Obst? Nun - dieses Problem schien mir dieses Jahr erspart zu bleiben.
Einen guten Eindruck machten dagegen Toprak und Garip die ich im frisch eingezäunten Garten ließ und die um diese Jahreszeit ein tolles Speiseangebot - und das 24 Stunden - genossen. Zusätzlich wurden sie noch morgens und abends von Mehmet gefüttert. Sie hatten beide wieder zugenommen und schienen sich des freien Lebens zu erfreuen. Der "Rosengarten" (so der übersetzte Name) ist für 2 - 3 Pferde auch wirklich ideal. Eine Menge Bäume als Schattenspender, eine frei zugängliche Wasserquelle und in einem Felsen ein jederzeit zugänglicher kleiner Stall.
Trotzdem war jetzt höchste Zeit für eine Umsiedlung und ein weiteres Grundstück einzuzäunen denn die saftigen grünen Blätter der Reben verschmähen Pferde auch nicht.
Dieser zweite "Garten" (Garten im engeren Sinne mit gute Früchte tragenden Obstbäumen, Reben, bebautem Ackerland ist es seit Jahrzehnten keiner mehr) ist von Felsen durchsetzt und (zum Teil) umgeben und ebenfalls eine ideale Weide und für mich ein sehr romantischer Ort. Der Name des Gartens ist passend, seine Übersetzung: " Zwischen den Abhängen".
Leider ist er wie meine anderen Gärten - den "Rosengarten" ausgenommen - ohne eine Quelle. So musste neben dem Zaun noch eine Lösung für die Wasserversorgung gefunden werden.

Montag, Januar 01, 2007

Totale Sonnenfinsternis in Kappadokien!























































































































































































































































































































































































































































































Wahrscheinlich hätte ich noch 2 - 3 Wochen gewartet wenn nicht ein außergewöhnliches Ereignis der Grund gewesen wäre schon am 29. März in der Türkei zu sein - eine totale Sonnenfinsternis!
Warum ich die Zeit ab Mitte April bevorzuge? Es sind die bis dahin oft noch recht kalten Nächte obwohl die Temperaturen tagsüber schon sehr frühlingshaft sind und - leider - auch die Obstbäume deshalb manchmal zu früh blühen.
So landete ich also schon am 29. März sehr früh mit Germanwings in Ankara und versuchte gleich weiter Richtung Kappadokien zu kommen, zu dieser Tages- bzw. Nachtzeit nicht ganz einfach. Aber ich erlebte wieder einmal etwas von den Dingen die das Leben in der Türkei oft so schön machen. Obwohl zu dieser Zeit noch kein Bus vom Busterminal abfuhr organisierte ein freundlicher Angestellter einer Busgesellschaft für mich eine schnelle Weiterfahrt. Dazu nahm er Kontakt mit einem Bus auf der in die Richtung unterwegs war aber den Busbahnhof zu dieser Zeit nicht anfährt. So ging er mit zur Straße wo der Bus vorbeikam und wartete mit mir wohl 15 - 20 Minuten am Straßenrand bis ich im richtigen Bus nach Aksaray war! Kannst du dir etwas ähnliches in Deutschland oder Österreich vorstellen? Ich nicht!
Einge Stunden später war ich dann also am Eingang von Aksaray an der Straßenkreuzung wo die Straße nach Osten mich nach einer weiteren Stunde Busfahrt nach Kappadokien bringen würde. Nur ging es nicht wie erhofft bald weiter - dafür lernte ich aber an der Straße stehend 3 junge Leute aus Israel kennen die das gleiche Ziel hatten. Sie waren - wie noch viele andere - zur Sonnenfinsternis in die Türkei gereist und hatten sich für dieses außergewöhnliche Ereignis einen ebensolchen Rahmen ausgesucht - Kappadokien. Da der Bus auf sich warten ließ und uns ein Taxifahrer ein vernünftiges Angebot machte uns nach Kappadokien zu bringen willigten wir ein. Bei 3 oder 4 Leuten ist auch eine längere Taxifahrt eine überlegenswerte Alternative, da man sich bei größeren Entfernungen oft auf einen vorher ausgehandelten, ermäßigten Preis einigen kann. So kamen wir schließlich mit einem Taxi nach Ortahisar - etwas teurer als mit dem Bus aber auch viel schneller. Ich fand die jungen Israelis total sympatisch und bot ihnen an in meinem Haus zu bleiben. Das habe ich nicht bereut und wir hatten eine wirklich schöne Zeit miteinander - sie hatten noch ein paar Tage Zeit bis zu ihrem Rückflug nach Israel.
Da machte ich wieder eine neue Entdeckung in meinem "Traumland". Zumindest einige meiner einheimischen Freunde begegneten meinem Besuch aus Israel mit spürbarer Zurückhaltung. Gibt es auch in der Türkei Antisemitismus?
Die Sonnenfinsternis war ein echtes Erlebnis und ich hätte wirklich ein phantastisches Naturschauspiel versäumt wenn ich meine Reise nicht vorverlegt hätte. Besonders die erste Phase war für mich sehr beeindruckend als das helle Tageslicht abnahm und es wirklich spürbar kühler wurde! Auch Rinder und Hunde im Dorf schienen ein außergewöhnliches Ereignis kommen zu sehen! Und kurze Zeit konnte man - wenn man genau hinschaute - sogar einzelne Sterne sehen und das um die Mittagszeit! Ich war sehr berührt und wohl etwas aufgeregt. Am liebsten würde ich das jetzt unerwähnt lassen -es ist schon sehr peinlich. Als ich Stativ und Digitalkamera in Stellung gebracht hatte und das erste Foto machen wollte blieb der Bildschirm leer und schwarz! Dass gerade jetzt meine Kamera streiken sollte war kaum zu fassen und ich wohl zu aufgeregt um klar denken zu können. So musste ich schließlich mit einer kleinen Ixus Fotos machen - die ich "für alle Fälle" dabei hatte. Als Aufregung und Sonnenfinsternis vorbei waren nahm ich nochmal enttäuscht meine "kaputte" Kamera zur Hand und sah sofort was ihr fehlte. Die Bildschirmanzeige war ausgeschaltet!! Da wusste ich nicht ob ich mich freuen oder ärgern oder sonstwas (vielleicht schämen) sollte!
Am nächsten Tag holte ich meine vierbeinigen Freunde aus Avanos ab die dort überwintert hatten. Ich denke besonders mein Hengst hat die schöne Pferdepension nicht so toll gefunden und zeigte zuerst ungewohntes Verhalten das sich aber schnell wieder legte. Er war auch etwas abgemagert und das fand nicht nur ich. Sonst machten die beiden aber einen gesunden und gepflegten Eindruck und ich war immer noch froh dass ich diesen Platz für sie gefunden hatte.
Als meine neuen Freunde aus Israel wieder weg waren machte ich fast jeden Tag Ausflüge mit Toprak und Garip (Toprak ist mein Pferd und Garip meine schon betagte Maultierdame). Dabei reite ich Toprak und Garip läuft brav hinterher - meist mit einem "Hebe" und meinem Gepäck. Das sind gemütliche Ausritte oft zu entfernter gelegenen Gärten und wie es scheint für mich und die Tiere ein Vergnügen. In den Gärten gibt es fast immer auch etwas zu tun - besonders im Frühjahr. Auf dem Foto sieht man meinen Arbeiter und Freund Osman bei der Gartenarbeit. Und für dieses Jahr hatte ich mir vorgenommen 2 oder 3 Weidezäune aufzustellen und der erste Garten wurde noch im April eingezäunt. Dabei haben mir Mehmet und Mustafa geholfen. "Geholfen" ist sicher untertrieben - echt gearbeitet haben sie, das sieht man auf 2 Fotos.
Sehr schön noch kurz vor meiner Rückreise war das Treffen zu Ostern mit Christen in einer alten Felsenkirche in Avanos. Auch einige türkische Geschwister aus Kayseri waren dabei! Als ich dann am 18. April abends im Bus nach Ankara saß freute ich mich dass ich bald - wenn auch nur sehr kurz - wiederkommen würde.

Dienstag, Dezember 26, 2006

Ende September bis Anfang November 2005


























































































































































































































































































Die Reise im August 2005 war die letzte über die auf der Homepage etwas zu lesen war. Zwar hatte ich auch über die letzte Reise 2005 (Ende Sept. bis Anf. Nov.) einen Bericht fast zu Ende geschrieben als alle Daten auf dem Speicher plötzlich weg und nicht mehr zu retten waren - trotz der engagierten Hilfe von Julijo.
Das war dann auch das Ende der Einträge auf meiner Homepage. Aber es gibt hier auf "blogspot" in Zukunft sicher wieder kürzere Berichte.
Die letzte Reise 2005 und meine sechs - allerdings meist nur sehr kurzen - Aufenthalte 2006 will ich aber nur mit wenigen Worten und Fotos kommentieren - auch damit ich selbst nicht alles vergesse!! So lange im Nachhinein sind die Ereignisse kaum mehr frisch genug um ausführlich zu berichten. Also eher kleine Fotogalerien und wenig Text.
Hier also der erste meiner Miniberichte - meine letzte Reise 2005. Diesmal kam Julijo mit, ein Freund aus Dornbirn. Er ist in Frühpension und sehr vielseitig interessiert. Vor allem wollte er einmal eine der unterirdischen Städte von Kappadokien sehen. Ich hatte zum zweiten Mal unbezahlten Urlaub bekommen - diesmal einen Monat (Oktober). Mit ein paar Tagen Resturlaub und Diensttausch schaffte ich es sogar dass der 20. September mein letzter Arbeitstag war und wir um 23 Uhr schon im Flugzeug sitzen konnten.
Wir hatten auch gleich Besuch von Siegfried aus Wiedenest und Ali und Barbara aus Izmir. Barbara brachte auch ihre Freundinnen Conny und Bettina (3 Fotos die hier zu sehen sind hat sie gemacht) aus Deutschland mit. Leider konnten sie nur wenige Tage bleiben - so liebe und zufriedene Gäste könnten länger bleiben!
Mit Julijo zusammen sah ich endlich Derinkuyu, die wahrscheinlich größte unterirdische Stadt in Kappadokien. Das war ein sehr beeindruckendes Erlebnis - auch für Osman, meinen Freund aus Ortahisar. Auch er hatte noch nie eine der berühmten unterirdischen Städte gesehen - wie übrigens die meisten Einheimischen!
Julijo blieb nach dem er Derinkuyu gesehen hatte nicht mehr lange und flog früher zurück als ursprünglich geplant. Neben seiner Familie die er - das verstehe ich gut - doch bald sehr vermisste war für ihn mein "Bauernleben" in Ortahisar auch nicht gerade der Inbegriff eines interessanten und abwechslungsreichen Urlaubs. Es ist doch so, dass ich immer wieder mal merke, dass wir Menschen unterschiedlich sind und meine Umgebung nicht für jeden so anziehend ist wie für mich. So ist ein ein- bis zweiwöchiger Aufenthalt bei mir in Ortahisar zu planen für erste Mal wohl besser als gleich mehrere Wochen. Doch diesen vernünftigen Rat zu geben fällt mir schwer - zu viel gehe ich von mir aus!
Jedenfalls flog Julijo früher als geplant von Izmir aus zurück nach Europa und ich begleitete Julijo bis Mugla wo ich gute Freunde habe. Mugla ist für mich immer ein Besuch wert und auch diesmal bereute ich die beiden Nachtfahrten mit dem Bus absolut nicht. Wieder zurück in Ortahisar war ich jetzt alleine - bis auf einen nochmaligen kürzeren Besuch von Ali - und hatte Zeit für meine Tiere und Gärten und kleine Ausflüge zu Fuß oder Pferd - na ja, ganz auf eigenen Füßen ohne Pferd und Maultier nur mehr ganz selten! Auch Daniel mein kleiner deutscher Freund aus Nevsehir kam am schulfreien Samstag gerne mal mit auf Trekkingtour mit Toprak und Garip. Garip meine alte Maultierdame ist scheinbar immer noch ziemlich fit aber ist seit diesem Herbst in einer sicher wohlverdienten "Teilpension", d. h. ich habe den Entschluss gefasst dass nur mehr Kinder oder echte Leichtgewichte sie reiten dürfen.
Nach langem Hin und Her habe ich mich Ende Oktober entschlossen Pferd und Maultier in Avanos bei Mehmet und Cecilia bis zum Frühjahr in einer "Pferdepension" unterzubringen. Das war nicht unbedingt die billigste Variante (sie hatten keinen Platz mehr und ich musste einen kleinen Anbau finanzieren) aber so wusste ich sie bei tierliebenden Menschen aufgehoben und konnte mit einer Sorge weniger heimreisen.









Sonntag, Dezember 17, 2006

endlich geschafft!!!


Ja, ich habe jetzt wohl alles was mir - aus irgendeinem Grund - von meiner früheren Homepage übernehmenswert erschien als Posts im November und Dezember untergebracht. Mit über 60 Posts ist es mehr geworden als ich dachte.
Also: Alle Einträge bis auf diesen (endlich geschafft!!!) und zwei bis drei anderen ("Anmerkung zu den Mails u. Gästebucheintragungen", "November- und Dezemberposts" und "Gästehaus und -betreuung" sind wenig oder gar nicht veränderte Übernahmen aus der Homepage. Beim Übertragen der Texte bin ich leider nicht echt nach einem System vorgegangen und so ist manches ein wenig durcheinander geraten.
Besonders gründlich beim Durchsehen der übernommen Texte (z. B. auf nicht mehr aktuelle Links) war ich auch nicht aber das möchte ich die letzten beiden Wochen in diesem Jahr noch nachholen.
Das Foto ist ausnahmsweise mal in meiner österreichischen Heimat entstanden, bei einer Bergwanderung Anfang Dezember.
Bis nächstes Jahr gibt es sonst nichts mehr neues und ich wünsche dir schöne, besinnliche Weihnachten und Gottes Segen im neuen Jahr!

Samstag, Dezember 16, 2006

Was hast du denn für einen Traumjob?


Was für einen Traumjob hast du denn, dass du 3 Monate im Jahr in der Türkei sein kannst?
Ich bin bei den ÖBB am Bahnhof Dornbirn beschäftigt. Obwohl es bei uns einen Urlaubszuschlag für Turnusdienst (arbeite am Fahrkartenschalter) gibt bin ich da natürlich auf Zeitausgleich für Überstunden angewiesen.
Für 3 Monate wäre aber auch das zu wenig, wenn nicht meine Kollegen so viel Verständnis für meine Leidenschaft Türkei hätten. So kann ich meist noch durch Diensttausch mit verständnisvollen und entgegenkommenden Kollegen noch ein paar zusätzliche Tage gewinnen.
Anmerkung: Diese Frage und Antwort wäre jetzt (Dezember 2006) nicht mehr möglich. Aber als Erinnerung an andere Zeiten bei der Bahn übernehme ich diesen Eintrag aus den FAQ meiner früheren Homepage jetzt doch noch als eine der letzten "Übertragungen" daraus. Soll mich einfach an einen schönen Zeitabschnitt mit viel Überstunden und Zeitausgleich bei der Bahn erinnern.

Can you give some hiking tips?


So far I have regrettably not managed to get anything useful down on paper for friends (probably somewhere between a collection of ideas and a precise route description).
If only conditions in Cappadocia were a little more like those in the Austrian mountains…
In central Anatolia hardly any hiking trails have been prepared for walkers and markings, sign posts and the like are (perhaps thankfully) almost unknown.
This has advantages and disadvantages. One consequence is that it is not easy to describe a route over terrain, which frequently lacks identifying features from which to pinpoint your exact location.
One good attempt at this (but in German!) is shown here. I am hoping to do something similar myself later this year, focusing on Ortahisar (my favorite) and surrounding area. I hope it will be a good complement to Martin’s tips.
If you do not have much time and are paying your first visit to Cappadocia, I would recommend Göreme as a starting point for beautiful walks. Although Göreme is not my personal favorite because there are a lot of tourists (tourism and money seem to have a detrimental effect on the local people), there is still much to recommend the place, which draws so many touring hikers. Göreme is a good base for a first visit and for getting oriented because:

It is situated centrally in the beautiful Göreme National Park.
It provides direct access to some of the most impressive locations and hikes.
The village caters for guests offering facilities for money changing, bank machines, Internet, cycle and scooter hire.
Outline sketches of the surrounding countryside and of hiking trails are available free. However, most of these maps given out by guest houses and tourist offices prove to be of only limited use because the information is imprecise.
Due to the number of tourists it attracts, Göreme is more readily accessible by bus than other locations. (direct buses to Göreme from Istanbul or other parts of Turkey)
There are many guest houses, some very beautiful, in traditional old houses.
You can get by without any knowledge of Turkish.

Despite this (or maybe partly because of this), on my first visit to the area I moved on to Çavusin and then Ortahisar after a few days. Çavusin is also a first class location for hiking and much quieter than Göreme.
Ortahisar is my personal favorite, certainly because the village (and people) have been markedly less impacted by tourism compared to Göreme a few kilometers away.
The reason may be that the cliff formations here are less spectacular and that income is generated from numerous subterranean storage areas, hewn out of the rock.
Many scenic hikes can be undertaken from Ortahisar (in the direction of Ürgüp, Ibrahimpasa und Göreme), but finding your way is more difficult if you do not have good knowledge of the area.
As well as the “heart” of Cappadocia, there are, of course, other beauty spots, particularly the Ihlara valley. This is an excellent hike, which is probably best undertaken over two days.
There is also the valley at Soganli.
One of the churches in the Ihlara valley is shown in one of the photographs.

How long have you been learning Turkish?


Isn’t it a difficult language? I first started learning Turkish about 10 years ago. Unfortunately I have not found it an easy language. Perseverance and genuine motivation are necessary to make progress. However, there are now many good teaching materials available (especially in English). You’ll find my recommendations on the Links page under Language/Culture.
Level 1 of LinguaMemory Turkish complements the excellent book "Elementary Turkish " by Lewis V. Thomas, revised and edited by Norman Itzkowitz. I recommend that you obtain a copy. This book is really only of use if you are committed to learning the language and prepared to invest time and energy.
A simpler way to learn Turkish is with ROSETTA STONE. Contrary to the advertising hype, I do not believe picture book methods are sufficient to teach the language properly, but it is possible to learn basics relatively quickly and effortlessly. If you can afford it (or want to), it is a good complement to another course.
Learning Practical Turkish is not a proper language course in itself, but nevertheless a good complement. (It is worth buying the CD).
I highly recommend Susan Özel’s language course. You can download the audio data files here.
The “unpublished companion text”, which is a very good “book”, can only be obtained directly from the author in the USA. If you are in the USA, I would encourage you to get a hold of it. If you live in Europe certain other costs (shipping) will apply in addition to the purchase price, but it is still well worth the expense.

Would you like to settle in Turkey for good?


Yes, I am keen to do this, at the latest when I retire. But in reality I cannot say with any certainty what the coming days will hold and so it is better to say: “If the Lord wishes, maybe we will live and do this or that.” This is true and is a verse from my favorite book, the Bible.

some sort of dream job


Do you have some sort of dream job which allows you to take 3 months off work each year to go to Turkey?
I work for the Austrian Railways (ÖBB) at Dornbirn Station. Although staff get additional time off for working consecutive shifts (I work at the ticket counter), I also rely on being able to add time off in lieu for overtime hours I have worked. Even that would be too little to give me 3 months free to spend in Turkey, if my colleagues were not so understanding of my passion for Turkey. Generally I can gain a few more days off by exchanging shifts with understanding and amenable colleagues.

Are you married?


This is the question which inevitably follows the one about what you like about Turkey. If you say you are married, you will then be asked how many children you have. As a single person – particularly in rural areas – you are considered to be very exotic and unfathomable. I have also been asked what will happen to my house and gardens if I die and have no children.
In truth, this line of thought is not a bad one and the logic of the "köylü" (villagers) often impresses me. If I had been born in Anatolia 45 years ago instead of in Austria, I would certainly have had a family with a few children by now, perhaps even grandchildren! However, in Austria where parents and relatives do not arrange marriages, and there is no social pressure to marry, it is possible to “miss” opportunities and remain single. However, you can live a meaningful, happy and fulfilled life as a single person, if you believe in Jesus.

Do any other foreigners own houses in Cappadocia apart from you?


Yes, there are many of us. I am not the only foreign property owner in Ortahisar. But perhaps you will only understand crazy people like us, who have bought an “earth or cave dwelling” and are happy with this, if you, too, have been there.

Donnerstag, Dezember 14, 2006

I don’t find Turkey that amazing.


Don’t you ever have any problems?
I am not blind and I don’t like everything. Every time I fly to Turkey with the Turkish charter company I am amazed by the lack of common courtesy, in queues or other stressful situations, shown by people who are normally so helpful and polite.
If you are an animal lover, environmentalist or love the German sense of order you will have problems in Turkey.
Turkish traffic is a problem, especially for the less able members of the society. In extreme cases, it is hazardous for unwary pedestrians. And even if you are able-bodied and alert, you might be better advised to stay at home. You might not notice car, a hole in the road, or some other obstacle (which would have been swiftly dealt with in Austria). Paying due care and attention like a native is worth it, because you would probably be shocked at conditions in regular Turkish hospitals situated in rural areas.
And if you like television, watching repeats, primitive action movies and violence, you will get your money’s worth. Even the smallest cottage has a television and it is often left on for your benefit (people want to do you a good turn and ensure you will not be bored). Violence is not limited to the small screen. Weddings and other occasions provide ample opportunity (“honour” means a lot and is quickly wounded). Despite this, I have to say that I feel safe in Turkey. It is inconceivable that anyone would be assaulted in the street and passers by look away, as is possible in Austria. And when two people do get into a scuffle, there are usually enough people around to avoid the worst occurring and to separate the combatants.
An otherwise enjoyable holiday for many people is spoiled by the inflated “tourist prices”. Not everybody likes to discover they have paid several times the normal retail price! Unfortunately a “yabanci” (foreigner) must reconcile himself to this happening a few times. Ironically, in this “crazy” country, you can experience the opposite: as a foreigner you may get preferential treatment and pay less than is customary (or even receive a gift!). Turkey is a land of surprises, not only in World Cup football.
I am continually surprised at how little school children speak English, despite the fact that they have 2-3 hours of English per week, are highly motivated and rarely miss an opportunity to try out what they have learned. I don’t know what the lessons are like, but given the minimum wage that teachers are paid, I have to admit it must require a lot of idealism to generate enough motivation for the job.
Having bought a house and two pieces of land, I also know that paying a “tip” in certain circumstances is an accepted practice and speeds up the process. No one seems to find anything remotely wrong about this. Also, to many people, it seems crazy to declare the correct (actual) price so that tax can be levied.
One matter, which I (apparently) encounter more than others concerns lending money and running up debts. It appears to me that it is considered normal to be in debt and to incur further debt in order to settle older outstanding payments. Given the high inflation rate of the Turkish Lira, having a large dept may actually be quite a shrewd move. In the long run, the only people who do not benefit are those who do not want any debts and the ones who land money.
The likelihood of getting your money repaid in the foreseeable (or not even) future, is 50% or less, in my experience. Concluding these negative comments about my favourite country (which it remains despite all this!) I now come to the issue, which challenges me most. I learned relatively quickly, that, in this otherwise wonderful country, words are taken less literally than in Austria. To have a look at the first entry in the guest book (which I have contributed), click here.
It seems that Turkish people can cite a long list of reasons to explain why telling the truth is not felt to be the best or most appropriate course of action. Here is an example. You go to a cattle dealer to buy a donkey (or in my case a mule!). You have never done anything like this before so you take along two friends, who have some experience in these matters. Since these animals can sometimes be quite old, you are particularly keen to ascertain the animal’s age. The dealer tells you it is between 8 and 10 years old. One of my companions, who is well acquainted with such matters, looks more closely at Garip’s (my future friend) teeth and confirms that the animal is closer to 10 years. To me, Garip looks even older, but because I am the least knowledgeable person present, I say nothing.
Since the mule can pull a plough and a cart and I am offered a donkey cart complete with fixtures and fittings, I buy this as part of the deal. It was a good thing that I didn’t do this deal alone and took knowledgeable friends with me! The next day, when I discover that the cart and dishes do not go together, a fact confirmed by my advisors, I finally summon up the courage to ask whether they didn’t notice this the day before. One of my friends explains that he couldn’t have spoken the truth openly in front of the dealer, who was from the same village.
The beautiful horse drawn cart (or donkey cart) has been put to good use to decorate the courtyard, even if this is somewhat removed from its actual purpose. I am very pleased with Garip, my loyal friend, even if I am now convinced that he is at least twice as old as the dealer claimed. The whole experience has given me a personal taste of am instance where the truth is a stranger.
Incidentally, do you know what a mule is (or a donkey mule)? If not, you can learn here.
The fact that people do not trust one another, does not surprise me too much. Perhaps in this respect (trust and honesty) Turkish people could learn from “Europeans”, although I am not claiming that bribery and dishonesty are not problems in western Europe. After my experiences in Turkey, I have become more sensitive to such things and often discover the same in Austria (even if they occur less blatantly)!

Can I visit you in Ortahisar?


Yes, this is possible and I enjoy having visitors. However, I am not Turkish enough to be able to host people for long periods of time free of charge. (I am not in a position to sponsor holidays for people without money – or more specifically – for those who don’t want to spend any money on their holiday.)
I can say this openly is because I am not Turkish and have spent most of my life in Austria. But you needn’t fear that I am trying to make a lot of money through my “guest house”.
Also, I now have two orchards and, since the spring of 2002, Garip (the name means odd, strange but also foreign, alone). This beautiful and fitting name for my mule was chosen by Zübeyde. Some days I am busy in the orchards and cannot be a “tour guide”, but there are positive sides to this for visitors, also.
If you really want to visit me, there are some things you should know. My home in Cappadocia is not a 5-star hotel. You can read more about that on the website. It is also advisable to get in touch with me before your visit.

Don’t you find it boring to go on holiday always to the same place?


Not at all, although in some ways I’m surprised about this myself. It’s great to have a second homeland (or a third, if I include the heavenly one).
When I bought the house in 1997, I initially thought I would use it as a base for exploring other areas of the country. At that time I did not realise how much I would come to love Ortahisar. I have seen other fascinating areas and would go there again, also. (And there are countless areas still to explore!) To this day, Cappadocia has lost none of its magic for me and will probably continue to fascinate me for some time yet.

What is the best season to visit Cappadocia?







The prospect of good weather is found all year round and therefore any season would make a suitable time to visit.
To be sure of optimal weather conditions, the summer months are your best bet.
Almost every month brings its own charm to this abundant agricultural area.
So far I have enjoyed every season there, even 3 fantastic winter weeks in February.
The warmest months here are also July and August. I do not find the dry daytime heat here unbearable. A shady spot can always be found somewhere and in high summer it cools down pleasantly each evening.
Spring (from mid April) and autumn (until the middle or sometimes end of November) are ideal times to visit.
It is at these times of the year that ovens are generally dismantled and you do not need to heat. From mid November until the beginning of April it is advisable to ensure there will be adequate heating when choosing your accommodation. I have endured freezing temperatures.
In May and June there are beautiful wild flowers to admire. The blossom of the numerous fruit trees appears a little earlier.
In the rather hotter month of August, apricots, laid out to dry on the flat roofs, provide a dash of colour in the landscape. From the middle or end of September the autumnal atmosphere in the valleys is very attractive. If you ask me, you can go to Cappadocia at any time of the year!

When was your first visit to Turkey?


My first visit was between leaving school and starting military service – around 1976. I hitchhiked. Even then, I thought I would like to go back sometime. Somehow it was fifteen years before this happened, but I now consider it my second home.

Are you a (Christian) fundamentalist?


Yes, I am. I think it is good to have principles and to live by them. But don’t worry. A fundamentalist is only dangerous when his foundations are bad. It is not stupid to base your life on good foundations.
Jesus said:
“Everyone then who hears these words of mine and does them will be like a wise man who built his house on the rock.
And the rain fell, and the floods came, and the winds blew and beat on that house, but it did not fall, because it had been founded on the rock.
And everyone who listens to these words of mine but does not act on them will be like a fool who built his house on sand.
And the rain fell, and the floods came, and the winds blew and beat against that house, and it fell, and great was the fall of it."
Christian “fundamentalists” are people, who trust the Bible. If this is the case, I am proud to say I am a fundamentalist.

Sonntag, Dezember 10, 2006

8. bis 25. August 2005



















































































































































































































Meine dritte Reise 2005 machte ich mit Andrea und Gabriela, die in Lustenau in ihrem Beruf als Kindergärtnerinnen schon sehr viel Türkeibezug haben. Andrea hatte mich schon einmal in Ortahisar besucht, als einer der allerersten Gäste in meiner neuen Heimat. Damals hatte ich noch kein Gästezimmer und Andrea nahm in der Gümüs-Pension Quartier. Seither hat sich das Haus betreffend einiges getan und diesmal konnte sie mit ihrer Freundin bei mir wohnen. Für Gabriela war es die erste Reise in das Land aus dem einige Vorfahren ihrer Schützlinge kommen.
Die Anreise war die gleiche wie mit meiner Mutter Ende Mai, außer dass wir diesmal zwischen den beiden Flughäfen in Istanbul mit einem Taxi gefahren sind. Wir nahmen auch wieder ein Taxi vom Flughafen in Kayseri nach Ortahisar, das kostet 40 - 50 Euro und durch 3 geteilt ist das nicht mehr teuer.
Jetzt waren die Temperaturen wirklich hochsommerlich und ich freute mich auch schon riesig auf Karsten und Andrea mit Daniel und Lisa, die ich bisher nur von Mails und Telefongesprächen kannte. Sie hatten kurz in meinem Haus gewohnt als sie auf Wohnungssuche waren. Sie haben aber sehr schnell in Nevsehir eine schöne Wohnung gefunden und blieben deshalb nur noch einige Tage.
Als Dank für ein paar kurze Wochen mein Haus benutzen zu dürfen haben sie mir einen Kühlschrank geschenkt!
Vielen herzlichen Dank – nochmals! Ein Kühlschrank war vielleicht die letzte echt notwendige Ergänzung für mein Haus, ich denke jetzt ist es entgültig komplett ausgestattet mit alles was man so braucht. Küche, Bad und WC, Duschen (mit Sonnenenergie!), Telefon, Staubsauger und Kühlschrank.
Ja, Fernseher gibt es noch keinen aber den möchte ich mir auch nicht schenken lassen!
Diese nette deutsche Familie ist gläubig und möchte für längere Zeit in Kappadokien bleiben. Mit ihnen hat Gott mir einer meiner größten Wünsche erfüllt - Christen mit denen ich auch in meiner Muttersprache reden und beten kann.
Dieses Jahr waren die Obstbäume und Gärten voll mit Früchten, ganz im Gegensatz zu letztem Jahr.
Natürlich ist der Ertrag nicht jedes Jahr gleich gut aber in Kappadokien kann durch die Höhenlage später Frost auch eine sonst gute Ernte völlig zunichte machen. Aber dieses Jahr waren die Gärten schon fast paradiesisch.
Auf dem Foto rechts oben siehst du meine Nachbarin mit ihrem Enkel Mehmet beim Brotbacken. Als ich zum ersten Mal vor 10 Jahren nach Ortahisar kam war die Mutter von Mehmet selbst noch ein Mädchen, vielleicht gerade 6 Jahre älter als Mehmet auf diesem Foto. Der Generationswechsel geht in der Türkei oft ein wenig schneller als bei uns!
Andrea, Gabriela und ich haben nicht allzu viel zusammen unternommen, da Interessen und Tagesrhythmus doch ein wenig verschieden waren. Aber ich war auch sehr froh, dass Andrea und Gabriela so selbständig waren und mir nie das Gefühl gaben, dass ich mit ihnen was unternehmen muß. Denn die Beziehung zwischen Mann und Frau ist in Kappadokien doch noch sehr viel komplizierter als bei uns!
Besonders in den heißen Sommermonaten finde ich die frühen Morgenstunden die schönste Zeit des Tages und die Vermutung dass es in der Hinsicht meinen Pferden ähnlich ergehen könnte war ein zusätzliches Argument früh aufzustehen.
Und mir fällt früh aus dem Bett zu kommen normalerweise in Kappadokien nicht schwer und mit Gott über den neuen Tag zu reden und in seinem Wort zu lesen ist ganz in der Früh auch am schönsten.
Andrea war nicht das erste Mal in der Türkei und in Ortahisar. Sie spricht auch schon ganz gut türkisch und so kamen sie wirklich sehr gut alleine zurecht.
Sie besuchten - ich denke sogar mehr als einmal - die wirklich schöne Töpferstadt Avanos (wo kaum jemand hingehen kann ohne irgendwas mitzubringen), natürlich auch Ürgüp, Göreme mit dem Openair-Museum und eine unterirdische Stadt.
Obwohl ich Kappadokien schon seit 10 Jahren regelmäßig besuche (und mehr als 1x im Jahr!) habe ich einige Dinge die fast auf jedem noch so kurzen Besuchsprogramm für Kappadokien stehen und eigentlich wirklich ein „Muss“ sind zu meiner Schande noch nie gesehen.
Dazu gehört das Openair-Museum und eine unterirdische Stadt. Einem touristischen „Mangel“ habe ich diesmal aber abgeholfen – mit einer Heißluftballonfahrt.
Also wir haben es auch geschafft einige Dinge miteinander zu machen und dazu gehören die Ballonfahrt und ein kleiner Ausritt mit Niko.
Auf dem Foto links ist Daniel mit seinem Freund Garip. Daniel kam ab und zu mal zu mir und Garip und dann machten wir natürlich immer kleine Ausflüge mit unseren vierbeinigen Freunden.
Eine Ballonfahrt wollte ich ja auch irgendwann einmal machen, denn ich kann mir kaum eine Landschaft vorstellen die dafür geeigneter wäre als Kappadokien. Aber ohne die Damen und Karsten und Daniel hätte ich wohl noch ein paar Jahre damit gewartet...
Jedenfalls, das kann ich jetzt im Nachhinein sagen: Ich habe es nicht bereut und in einem Heißluftballon gleich nach Tagesanbruch über der kappadokischen Märchenlandschaft zu schweben ist wirklich ein besonderes Erlebnis!
Ob du schon mal in einen Ballon steigen wolltest oder nicht, Kappadokien ist eine gute Gelegenheit und bietet die denkbar beste Kulisse dazu. Ich hätte auch nie gedacht, dass man einen Ballon so präzise Steuern kann, dass selbst Äpfelpflücken für Gabriela möglich war!
Ballonfahrten werden von mehreren Gesellschaften angeboten, wir haben „Kaya Ballooning“ genommen weil Karsten da einen Gutschein hatte.
Es gibt aber mehrere Anbieter und die Preise sind in etwa gleich. Die Homepage von Kaya Balloning ist hier.
Die Webseite einer noch bekannteren Gesellschaft hier.
Neben dem Preis dürften auch die Leistungen überall ziemlich ähnlich sein. Die Abholung von zu Hause (oder Hotel und Pension), etwas zu essen und trinken während der Ballon startklar gemacht wird, eine etwa einstündige Ballonfahrt und danach ein Glas Sekt und eine Urkunde.
Ich war auch viel in den Gärten unterwegs die jetzt mit reifem Obst voll waren. Besonders für Aprikosen und verschiedene Pflaumenarten war nun auch die Erntezeit. Sehr überrascht war ich, dass es immer noch köstliche Sauerkirschen auf ein oder zwei Bäumen hatte – ich hatte gedacht dass ich dafür jetzt wohl zu spät wäre.
Andrea und Gabriela machten auch ein paar Gläser ganz tolle Marmelade von Früchten aus dem Garten. Ich denke dass man mit kleinen, schick aufgemachten und beschriften Marmeladegläschen dieser geschmackvollen einheimischen Früchte sogar ein wenig Geld verdienen könnte – an Touristen als im wahrsten Sinne geschmackvolles Souvenir verkauft. Weiß nicht warum das noch keiner versucht.
Das Weidegrundstück betreffend gab es leider eine Enttäuschung – es war in der Zwischenzeit verkauft worden. Der neue Besitzer hörte zwar bald von meinem Interesse (oder hat er es vielleicht schon vor dem Kauf gewusst?) und war bereit es mir mit einem saftigen Aufpreis auch gleich wieder zu verkaufen. Als Grund dafür gab er Geldnöte an in die er plötzlich geraten sei.
Eine für mich schon unmoralisch starke Verteuerung in so kurzer Zeit war ich nicht bereit in Kauf zu nehmen und so wurde aus dem Handel leider nichts. Aber ich bekam jetzt einige Angebote solcher als Weideland geeigneter Grundstücke – in einem Dorf spricht sich wirklich alles sehr schnell herum. Manchmal ist das ja auch geradezu praktisch und richtig vorteilhaft!
Ein sehr kleines in sich abgeschlossenes Tal das mir Mehmet (von dem ich auch mein Pferd letzten Herbst gekauft hatte) schon im Juni gezeigt hatte gefiel mir sehr gut. Dieses kleine Stück Land war mir schon früher bei meinen Wanderungen aufgefallen als ein recht romantischer Ort.
Dass mir das jetzt als Ganzes tatsächlich zum Kauf angeboten wurde war eine kleine Überraschung. Denn es bestand aus mehreren kleineren aufgegebenen Gärten und wenn einer der Besitzer sein kleines Stück nicht verkauft hätte wäre es für meine Zwecke wenig brauchbar gewesen.
Ein Nachteil hat dieses hübsche kleine Tal aber auch. Es ist etwa 45 Minuten entfernt, zu weit um als tägliche Weide genutzt zu werden und es gibt kein Wasser. Trotzdem habe ich mich entschlossen die Gelegenheit zu nutzen und gleich noch 2 andere Gärten dazu zu kaufen, ebenfalls nicht gerade nah und beide ebenfalls ohne Wasser. Leider sind Gärten mit Wasserversorgung in Kappadokien nicht die Regel. Einer davon recht klein und ein wenig näher, der andere größer und ebenfalls in einem sehr schönen Tal, das wenn es noch eine Quelle hätte wohl ein Traum von einer Weide für meine Pferde wäre. Allerdings auch nur gelegentlich, leider ist es das am weitesten entfernte Grundstück (mehr als eine volle Stunde – ein Weg!).
Da alle diese landschaftlich sehr schön gelegenen Gärten abgelegen und nur sehr schwer mit etwas anderem als Esel und Pferd zu erreichen sind haben sie heute keinen großen Marktwert (weil für intensivere und lohnende landwirtschaftliche Nutzung ungeeignet) und sind sehr günstig zu haben. Ich als ruhesuchender Europäer und Bewunderer dieser einzigartigen Landschaft empfinde die schlechte Erreichbarkeit der Gärten nicht nur als Nachteil.
Im Gegenteil, in mancher Hinsicht finde ich sie gerade deshalb so reizvoll. So genieße ich es in diesen Gärten dem Vogelgezwitscher zu lauschen (na ja, wenn ich das Obst verkaufen müsste und auf den Ertrag angewiesen wäre würde ich das vielleicht nicht ganz so einseitig sehen...) und nie von Motorengeräusch aufgeschreckt zu werden.
Sogar der sehr laute und durchdringende Gebetsruf von der Moschee der umliegenden Dörfer ist dort nicht oder nur manchmal ganz schwach hörbar.
Übrigens, ich konnte diese Grundstücke nicht wirklich selbst kaufen da die türkische Regierung das vorübergehend nicht erlaubt (bis die Sache von Grunderwerb durch Ausländer durch ein neues Gesetz geregelt wird).
Da war ich froh dass ich in Aydin einen türkischen Freund hatte dem ich wirklich vertrauen kann und der die Gärten für mich kaufte. So bin ich zumindest bisher nicht der eigentliche Besitzer. Es könnte auch sein, dass ich das nie werde weil der neue Gesetzesentwurf den Grunderwerb für Ausländer ziemlich stark einschränken bzw. mit 10 000 Quadratmetern begrenzen will.
Obwohl mir das natürlich nicht besonders gefällt habe ich Verständnis dafür. Und ich muss zugeben, dass diese für unsere Verhältnisse sehr preisgünstig angebotenen und oft traumhaft gelegenen Grundstücke für mich einen fast zu großen Reiz haben.
Auf einem eigenen Stückchen Land kann man doch manches machen das sonst nicht oder nicht ohne weiteres möglich ist. Ich meine sich jederzeit darauf aufhalten (sogar über Nacht!), Picknick und Feuer machen, nach Herzenslust von den Früchten essen und zur Abwechslung auch arbeiten ...
Auch Freunde darf man nach belieben mitnehmen, inkl. der Vierbeiner! Garip und Toprak waren auch der Beweggrund und das größte Argument für den Kauf – denn die beiden fressen wie es scheint fast ununterbrochen, ich denke auf der Weide wohl 16 Stunden oder mehr am Tag! Aber das scheint normal zu sein für Pferde – das hatte ich inzwischen auch in schlauen Pferdebüchern gelesen.
Niko traf ich diesmal auch öfters, da er fast jeden Tag seine Pferde in eines meiner Lieblingstäler (in dem man von Ortahisar bis Ibrahimpasa gehen kann) zum Weiden brachte.
Dort konnte er auch für seine mittlerweile 6 Stuten ohne Schwierigkeiten jeden Tag genug Weideland finden.
Bis vor einigen Generationen waren diese Täler wohl intensiv landwirtschaftlich genutzt und bewirtschaftet. Jetzt sind viele der abgelegenen und schwer erreichbaren Gärten ungenutzt und verwildert, praktisch "Niemandsland". Manchmal ist der Besitzer tatsächlich nur mehr sehr schwer auszumachen oder sogar unbekannt bzw. nicht mehr im Dorf.
Trotzdem war auch Niko auf der Suche nach einem geeigneten Stück Land. Denn es ist natürlich keine Dauerlösung Pferde auf solchem „Niemandsland“ (mehr oder weniger) zu halten. Gegen Ende meines Urlaubs fand er tatsächlich einen für seine Zwecke geeigneten etwas abseits gelegenen Bauernhof, den er vorerst für 5 Jahre mieten konnte.
Niko machte mir auch ein sehr verlockendes Angebot. Er würde Toprak und Garip zu sich nehmen in der Zeit wo ich in Österreich bin inkl. gratis Training für Toprak wenn er ihn bei Bedarf für Trekkingtouren nehmen kann. Bei diesem Deal hätte ich nur für das Futter zu bezahlen.
Dass Niko von Pferdeausbildung wirklich was versteht konnte ich an 3 Tagen bei kurzen, etwa 15 - 20 Minuten dauernden und sehr beeindruckenden Trainingseinheiten selbst sehen. Davon vielleicht ein wenig später mehr.
Der Haken bei diesem Angebot ist dass Toprak kastriert werden müsste. Dass dieser Eingriff bei einem 5 - 6 jährigen Hengst allerdings nicht mehr so problemlos ist wie bei einem Hengstfohlen hatte ich in der Zwischenzeit gelesen.
Das einzige Ergebnis das man sicher in der Tasche hat ist dass ein Wallach keinen Nachwuchs zeugt. Aber die gewünschten Nebenwirkungen wie ein ruhigeres, umgänglicheres Temperament und das Ablegen typischer "Hengstmanieren" sind bei der Kastrierung in diesem Alter nicht mehr garantiert.
Vor allem hatte ich gelesen, dass ältere Hengste mit ihrer "Entmannung" nicht in jedem Fall gleich gut fertig werden und sich manchmal auch zum Negativen verändern. So habe ich mich bisher nicht entschließen können dieses Angebot anzunehmen und möchte mich noch gründlicher informieren. Aber davon, dass mein Hengst eine professionellere Betreuung haben sollte bin ich immer mehr überzeugt.
Zübeyde (meine bisherige Pferdebetreuerin) kann auch bei bestem Willen eine gewisse Angst vor Toprak nicht ablegen und leider merkt das der Hengst. Einen Chef der sich fürchtet akzeptiert aber kein Pferd und das ergibt Probleme die kaum zu lösen sind – irgendwie ein Teufelskreis.
Beispiele wie es aussieht wenn ein Pferd seinen Partner Mensch nicht als Führer akzeptiert siehst du auf den Fotos, aufgenommen bei unserem Ausflug mit Niko. Die Stute ordnet sich hier Gabriela ganz offensichtlich nicht unter und ist der Boss der das Sagen hat.
Genau so sah es auch längere Zeit bei mir aus wenn ich mit Toprak unterwegs war (und im Prinzip auch mit Garip). Meine Lieblinge bestimmten wann und wo es Zeit zum Fressen war und ob wir es gerade eilig hatten oder nicht!
Gabriela liebt Tiere sehr (ich auch) und konnte nicht „streng“ mit dem Pferd sein – genau wie ich. So übernimmt wohl oder übel das Pferd die „Leiterschaft“.
Leider ist so eine Partnerschaft Mensch – Pferd aber auf die Dauer anstrengend und nicht befriedigend, wahrscheinlich sogar für das Pferd das (notgedrungen) den Führer machen muss.
Aber wie man dem Tier deutlich macht dass man selbst die Führungsrolle in Anspruch nimmt muss man wissen bzw. lernen. Allerdings haben Pferde ein feines Gespür und merken ob wir sicher sind oder Angst haben. Einen ängstlichen und unsicheren Führer akzeptieren sie nicht. Das ist auch verständlich, uns ginge es da ja nicht anders.
Nun wenn man Pferde mag und keine Angst vor ihnen hat muss man einfach noch wissen was Pferde von einem Anführer erwarten bzw. wie man sich als Chef verhalten muss. Gut dass es dazu Bücher und Menschen gibt die einem das sagen können. So hat mich auch Niko auf einiges aufmerksam gemacht und ich war wirklich überrascht wie schnell Toprak auf die Änderungen reagierte!
Auch Gabriela würde sehr schnell lernen wie man es „richtig“ macht – weil sie Tiere liebt und keine Angst vor ihnen hat.
Bei Zübeyde ist es leider nicht so einfach weil sie echte Angst hat die sie nicht so ohne weiteres abstellen kann.
Bei Niko wären Garip und Toprak wirklich super aufgehoben - wenn nicht noch das Fragezeichen mit der Kastrierung wäre.
Notfalls könnte ich meine beiden Lieblinge auch so (Toprak als Hengst) bei Niko in "Pension" geben aber das bedeutet für ihn Mehraufwand, zusätzliche Arbeit und keinen Nutzen für sein Pferdetrekking. Für mich natürlich "Pensionsgeld" über dessen Höhe wir noch nicht gesprochen haben. Mal sehen für was ich mich im Herbst entscheiden kann aber ich denke dass eine Lösung gefunden werden sollte.
Noch einmal zurück zu dem Pferdetraining von Niko. Obwohl mir schon aufgefallen war wie feinfühlig Pferde sind und genau spüren ob wir etwa Angst vor ihnen haben oder nicht war ich doch sehr überrascht wie Niko sich mit Toprak "verständigen" konnte.
Wer so ein Training gesehen hat tut sich schwer zu leugnen, dass es eine "Pferdesprache" gibt derer sich auch der Mensch ein Stück weit bedienen kann - wenn er sie kennt.
"Pferdesprache" ist Körpersprache und so brauchen wir nicht wiehern zu lernen um zu "kommunizieren". Die "Sprache" mit der sich Pferde untereinander verständigen ist wohl sehr beschränkt - deshalb dieser Ausdruck unter Anführungszeichen.
Da Pferde um etwas zu signalisieren zudem ihre beweglichen Ohren und den Schweif einsetzen ist die aktive Anwendung für den Menschen auch nicht leicht, oder bist du anderer Meinung? Trotzdem, sich mit der "Sprache" der Pferde auseinander zusetzen lohnt sich und hilft im Umgang mit Pferden sehr.
In einem fremden Land wie der Türkei machen oft auch schon ein paar Brocken Türkisch den Unterschied...
Ein gutes Buch zum Thema finde ich "HORSEWATCHING Die Körpersprache des Pferdes" von Desmond Morris. Dieses Buch befasst sich nicht nur mit der Körpersprache der Pferde, man erfährt auch sonst noch eine Menge wissenswertes über Pferde und mit eindrücklichen Fotos illustriert. Das einzige was ich an diesem Buch nicht so toll finde ist seine darwinistische Interpretation der Dinge.
Eine wirklich super Website zum Thema „Natural Horsemanship“ ist naturalhorsesupply (leider in Englisch). Das sogenannte „natürliche Horsemanship“ gefällt mir besser als die „traditionellen“ Methoden des Umgangs mit Pferden, weil es die natürlichen Eigenschaften und Verhaltensformen der Pferde bei der Ausbildung mehr berücksichtigt. So sind Pferde z. B. gesellig und nicht gerne alleine, neugierig, haben ein ausgeprägtes Rangordnungsverhalten und sind Fluchttiere.
Es macht klar einen Unterschied wenn man die Psyche des Pferdes im Umgang und bei der Ausbildung berücksichtigt. Das Training ist so effektiver und das Pferd fühlt sich bestimmt wohler. Und das ist ja auch der Wunsch von fast jedem Pferdebesitzer, dass er ein Tier hat das ihm gehorcht und auch zufrieden ist, kurz gesagt sich bei seinem Menschen wohl fühlt.
Was einem Tierliebhaber wie mir nicht unbedingt leicht fällt zu akzeptieren ist, dass ein Pferd uns nicht umso mehr „liebt“ wenn wir ihm das Leben mit uns so angenehm wie möglich machen oder ihm möglichst oft „Leckerli“ geben.
Seine Zuneigung beruht mehr auf Respekt und es zeigt Achtung dem gegenüber, der ihm klare Grenzen gibt. Eine „antiautoritäre“ Erziehung verlangen (und ertragen) Pferde von uns wohl nicht!
Wie in der Herde in der Wildnis fühlt es sich nur dann sicher, wohl und geborgen, wenn es ein Leittier (einen Menschen) hat den es respektiert und dem es vertraut für sich die rechten Entscheidungen zu treffen. In der Freiheit hängt ja auch sein Leben davon ab!
Ja, bei den Leuten die mit meinem neuen Interesse Pferde nichts anfangen können sollte ich mich wohl entschuldigen und sie tun mir langsam schon leid beim Lesen meiner Homepage. Aber es sind hier unter „News“ eben recht persönliche Dinge und momentan beschäftigt mich das Pferde. Vielleicht kommen – aber später! - auch noch andere Dinge dazu – sehr gut denkbar wäre Obst- und Gartenbau ...
Andrea und Gabriela reisten einige Tage früher nach Istanbul weil sie sich die Metropole auf 2 Kontinenten noch anschauen wollten. Dazu nahmen sie einen frühen Flug von Kayseri, bei den Kosten für Taxi und Inlandflug in der Türkei eine echte Alternative zu einer über 11 - 12 Stunden dauernden Busfahrt. Ihnen gefiel auch Istanbul sehr gut von dem ich immer noch nur sehr wenig kenne.
Ich konnte in diesen letzten Tagen noch den Kauf von den 3 weiter oben schon angesprochenen Grundstücken fix machen, d. h. den Preis aushandeln und das Geld Aydin übergeben der dann die Gärten auf seinen Namen kaufte. Sehr glücklich war ich auch für die deutsche christliche Familie die jetzt in Nevsehir wohnt und die mich am Sonntag immer zu einem Gottesdienst mitnahmen. Hier sieht man sie gerade vollzählig in ihrer neuen Wohnung, daneben Daniel beim Friseur.
Obwohl ich ein Maultier und ein Pferd habe fehlt es mir immer noch an einem motorisierten Fortbewegungsmittel. Das war bisher auch noch nicht wirklich nötig aber schon ein Thema wenn ich mal ständig in Ortahisar leben sollte.
Der Junge im Fußballdress ist Emra, ein wirklich lieber Nachbarjunge. Er ist wie Daniel ein Fan von Garip und war wohl auch deshalb manchmal mit mir unterwegs.
Hier sieht man ihn bei der Mineralquelle unweit der Balkankirchen.
Emra ist eines von vielen netten Kindern und Jugendlichen in der Türkei die mich irgendwie beeindrucken. Fröhlich, natürlich, freundlich und man sieht auf den ersten Blick dass sie sich die Zeit nicht mit Computerspielen vertreiben. Emra ist auch ein Junge der Tiere wirklich mag. Man sollte also nie zu stark verallgemeinern...
Der Mann unter dem Baum mit der Baseballkappe ist Tim, ein amerikanischer Christ der in Avanos lebt. Hier haben wir zusammen einen Ausflug in eines der wunderschönen Täler bei Göreme gemacht – und Wandern macht müde!
Am Mittwoch, den 24. August war es dann auch leider für mich so weit Ortahisar zu verlassen aber der Abschied war nicht ganz so schlimm, den in 4 Wochen wollte ich ja schon wieder zurück sein. Ich fuhr um 14 Uhr über Ankara nach Istanbul. Pünktlich zum Abflug traf ich mich mit Andrea und Gabriela am Flughafen und meine 3. Türkeireise 2005 war schon wieder fast zu Ende.

Samstag, Dezember 09, 2006

20. Mai bis 12. Juni 2005





























































































Am 20. Mai flog ich dann wieder mit meiner Mutter von Stuttgart nach Istanbul und von dort weiter nach Kayseri. Das ist für mich zur Zeit eine günstige und die schnellste und bequemste Möglichkeit nach Kappadokien zu kommen (mit Germanwings nach Istanbul und von dort mit Onur-Air weiter nach Kayseri).
Allerdings ist in Istanbul der Flughafen zu wechseln und bis zum Weiterflug um 7 Uhr vom europäischen Flughafen bleibt mehr als genug Zeit. Trotzdem, um 8 Uhr ist man in Kayseri und (mit Taxi) schon nach einer weiteren Stunde in Kappadokien.
Für die Fahrt zwischen den beiden Flughäfen auf verschiedenen Kontinenten in Istanbul braucht man nachts wohl ein Taxi (vielleicht ginge es aber auch mit Flughafenbussen – ich hab es noch nicht versucht) oder einen ganz guten Freund, den ich mit Manfred habe.
Auf dem Foto sieht man meine Mama beim Kaffeetrinken und Warten auf den Flug mit Onur nach Kayseri. Zu der Zeit waren wir schon gut 12 Stunden unterwegs mit Zug und Flugzeug.
In Ortahisar angekommen hatten wir gleich zu Beginn wir einen ganz lieben Besuch aus Deutschland (Fam. Boes) und auch die Temperaturen waren jetzt perfekt. Die netten deutschsprechenden Besucher waren für meine Mutter natürlich auch ein guter Einstieg.
Da ich Türkisch recht gut verstehe fühle ich mich auch von der Sprache her nicht mehr fremd in der Türkei. Ganz anders ist es für meine Mutter die die buchstäblich kein Wort von dem was gesprochen wird versteht.
Auch gab jetzt schon sattes Grün für die Pferde und schöne Blumen für uns zu genießen. Auf zwei Fotos sieht man Toprak und Garip auf einem schönen Grundstück das zu verkaufen ist und mir von Osman gezeigt wurde.
Ich hatte es schon im Herbst gründlich angeschaut und gedacht dass es sich als Weideland für Toprak und Garip gut eignen würde und dieser aufgegebene, d. h. nicht mehr gepflegte Garten nicht nur meinen Tieren gefallen würde.
Er ist nicht weit vom Ort und recht nahe meinem einzigen Garten mit Wasser. Leider hat das sonst als Weide und Pferdekoppel sehr gut geeignete Grundstück keine Wasserversorgung aber immerhin wären es nur etwa 10 Minuten zu meinem „Gülübag“ (übersetzt Rosengarten) wo es das in dieser Gegend so kostbare Gut gibt.
Auch die Lage ist sehr schön, nicht weit vom Ort entfernt und der Preis (3000 YTL für über 5500 qm) – auch nicht zu teuer. Jetzt im Frühjahr erschien es mir genauso schön wie im Herbst und meinen Pferden durch das frische Gras wahrscheinlich noch besser.
Eine schöne Koppel nicht zu weit vom Haus entfernt wäre schon eine tolle Sache und so sagte ich diesmal Osman mein Interesse an diesem Grundstück. Aber Ali der Verkäufer war gerade in Mersin an der Südküste. So musste ein evtl. Kauf verschoben werden.
Bisher nutzte ich als Weidegrund vor allem ein scheinbar herrenloses Grundstück (der jetzige Besitzer scheint wirklich niemand bekannt zu sein) das direkt an meinen „Gülübag“ grenzt. Meinen Garten (oder Gärten) selbst natürlich auch aber da ist die nutzbare Weidefläche doch nicht so groß und auch ein wenig problematisch, denn nicht alles dort ist für Pferde bestimmt!
Obwohl es bisher nie ein Problem war Garip und Toprak auf solchen „wilden“ Weiden grasen zu lassen ist es doch keine Lösung auf Dauer. Zumindest könnte ich ein Stück Land das nicht mir gehört nicht einzäunen!
Meiner Mutter gefiel auch die kleine Küche die es bei ihrem ersten Besuch vor 1 ½ Jahren noch nicht gab und ich denke sie fühlte sich wohl erst jetzt so richtig zu Hause bei mir.
Die meisten Tage verbrachten wir mit kleinen Wanderungen oder Spaziergängen und nahmen immer auch Garip und Toprak mit.
Meine Mutter war jetzt immerhin schon 78 und für weitere Wege doch schon weniger zu haben als noch bei ihrem ersten Besuch.
Sie kochte jeden Tag etwas mehr oder weniger typisch österreichisches und außerdem leistete sie öfters Garip Gesellschaft wenn ich mit Toprak ausreiten wollte.
Natürlich schaute sie auch dass Wäsche gewaschen wurde und alles im Haus seine Ordnung hatte. So kamen wir kaum auf den Gedanken irgendwohin zu fahren und begnügten uns mit dem wirklich schönen Ortahisar.
Nach etwa einer Woche kamen Manfred und Debrah leider nur für einen Kurzbesuch bei uns vorbei, sie kamen dann aber später mit einer kleinen Gruppe noch einmal nach Kappadokien.
Die Wanderung mit dieser netten Gruppe im „Red Valley“ war nicht nur für sie, sondern auch für mich ein wirklich schönes Erlebnis.
Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass man die schönsten Seiten von Kappadokien nicht von Straße und Bus aus sehen und erleben kann!
Einige Male bekam meine Mutter auch Besuch von Frauen in ihrem Alter aus der Nachbarschaft und die Verständigung bei Kaffee und Süßigkeiten schien irgendwie auch wortlos möglich zu sein.
Was alte Menschen anbelangt hat die Türkei zumindest auf dem Land uns reichen Ländern einiges voraus.
Voraus ist aber nicht allzu wörtlich zu verstehen, denn auch in der Türkei ändert sich die Gesellschaftsstruktur mehr oder weniger schnell und vieles wird vor allem in den großen Städten in ein oder zwei Jahrzehnten wohl auch schon ziemlich europäisch sein und sich von uns nicht mehr sehr unterscheiden.
Jedenfalls dürfen um die Jahrtausendwende in Kappadokien immer noch alte Menschen in ihrer vertrauten Umgebung und unter Menschen die sie schon immer kannten ihren Lebensabend verbringen. Oft noch umgeben oder zumindest in (fast) täglichem Kontakt zu Kindern, Enkeln und Urenkeln!
Ich empfinde das als einen starken Kontrast zu der Situation alter Menschen in unseren Seniorenheimen und ich weiß wirklich nicht wo die alten Leute besser dran sind. In Österreich mit einer erstklassigen ärztlichen Versorgung und Betreuung oder in Inneranatolien praktisch ohne Arzt aber mit den Dingen die der Seele wohl tun.
Ismail, der Bruder von Arif war auch einige Zeit mit seinem kleinen Arbeitspferd hier, mit dem er Felder ackert. Er pflügt immer noch für einige Wochen im Frühjahr kleinere Felder mit seinem Pferd in Lohnarbeit, wie mir auffällt meist für ältere Leute (die es wohl noch so gewohnt sind).
So waren zeitweise doch wieder 3 Tiere im Stall, das namenlose Pferd von Ismael (ist der Bruder von Arif) und Garip und Toprak.
Dass Esel, Pferde, Kühe, Hunde und Katzen in der Türkei kaum einen Namen haben ist nicht zufällig.
Ich denke sehr wenig Türken haben eine emotionale Beziehung zu ihren Tieren.
Eine Erklärung dafür ist natürlich auch, dass in der Türkei noch viele Leute nicht aus eigenem Antrieb (aus Freude an Tieren und weil sie es wollen) sich einen Vierbeiner anschaffen sondern aus Notwendigkeit zum Lebensunterhalt.
Für Männer ist es wohl auch nicht „männlich“ allzu sanft mit einem Tier umzugehen. Vielleicht hat auch die Religion ein wenig damit zu tun – zumindest was Hunde anbelangt.
Auf der andern Seite muss den Türken unser oft extremes Verhätscheln und Vermenschlichen von Tieren ja auch sehr spanisch vorkommen. Mir manchmal übrigens auch, ich kann da schon mit ihnen mitfühlen!
Im Garten bei den Balkankirchen gab es wegen einer Überschwemmung! noch einiges zu tun. Ja, auch so etwas gibt es in Kappadokien, wenn auch nicht gerade oft. In der Zwischenzeit schien es einmal fast sintflutartige Regenfälle gegeben zu haben.
Auch lernte ich Niko kennen, einen jungen Franzosen den ich im April schon auf der Pferderanch der Französin in Ürgüp getroffen hatte.
Niko versteht eine Menge von Pferden und war in der Zwischenzeit nach Ortahisar gezogen. Er bietet mehrtägiges Trekking mit seinen hübschen und gut trainierten Pferden an.
Wenn du dich dafür interessierst, hier ist seine Homepage wo du dich informieren und gleich anmelden könntest.
Ich finde es interessant, dass Wandern und Reiten, Dinge für die Kappadokien wie geschaffen scheint, meist von Franzosen ausgeübt werden.
So begegne ich kaum einmal einer deutschen oder österreichischen Gruppe (oder irgendeiner anderen als der französischen Nation) abseits der touristischen Trampelpfade.
Dabei kann ich nur jedem raten sich für Kappadokien mehr als 2 oder 3 Tage Zeit zu nehmen und diese phantastische Naturlandschaft zu erwandern oder wenn du wie ich gerne reitest oder es einmal versuchen willst – es gibt wohl kaum eine schönere Gegend dafür!
Niko möchte wie schon zwei andere Französinnen (in Ürgüp und Avanos) seine Leidenschaft zum Beruf machen und in der Türkei mit Pferden seinen Lebensunterhalt verdienen.
Er ist schon einige Jahre in der Türkei und hat die Sprache sehr gut gelernt. Auf ein- oder mehrwöchiges Trekking spezialisiert er sich um nicht zu sehr schon bestehenden Pferdefarmen in ihrem Angebot Konkurrenz zu machen.
Davon gibt es doch schon einige in Kappadokien – bei dieser Traumlandschaft für Wandern und Reiten kein Wunder!
Niko strebt die türkische Staatsbürgerschaft an was sicher von Vorteil und sehr beruhigend ist wenn man in der Türkei längere Zeit ohne Probleme leben und arbeiten will.
Ich hatte auch zuhause an meine Pferde gedacht und Ausrüstungsgegenstände wie (echt teures) Zaumzeug und leichte Satteldecken und sogar „Leckerli“ zur Belohnung aus Österreich mitgebracht.
Auch eine Longe brachte ich mit in der Absicht etwas von dem was ich in Büchern gesehen hatte auszuprobieren und mit dem „Training“ zu beginnen.
Leider ist auch diesmal noch nichts aus den guten Vorsätzen geworden – zu unsicher war sich der „Trainer“! Schade – aber mir fehlt es eben selbst noch sehr an Ausbildung.
Toprak, mein junger Hengst hat durch einen Biss in die Brust meine Mutter in der letzten Urlaubswoche noch ziemlich geschockt.
Es war nicht gerade so schlimm dass wir zum Arzt mussten aber dieses Erlebnis hat meiner sehr tierliebenden Mutter doch psychisch sehr zugesetzt.
Von meinem Hengst dasselbe zu erwarten wie von einem gut ausgebildeten Pferd ist auch nicht realistisch. Seine Vergangenheit kenne ich nicht und dass ich immer nur ein paar Wochen da bin und dann wieder längere Zeit weg ist alles andere als ideal. Außerdem bekam er als ich ihn kaufte einen neuen Besitzer mit viel Liebe zu ihm aber sehr wenig „Pferdeverstand“.
Bei Garip, meiner wirklich fast unglaublich gutmütigen alten Maultierdame schien sich mein fehlendes Wissen über die Pferdepsyche Gott sei Dank nicht so sehr auszuwirken wie bei meinem jungen Hengst.
Mit Liebe allein geht es auch in der Erziehung von Pferden nicht, da braucht es auch Regeln und konsequentes Handeln.
Auf dem Bild Toprak bei entspanntem Fressen ohne Gedanken an irgendwelches anstrengendes Training...
Und eine Stute von Niko in selbstbewusster Pose, ob sie sich wohl ihrer Schönheit und der traumhaften Umgebung bewusst ist?
Mit Niko lernte ich das erste Mal einen „Pferdeflüsterer“ kennen. Dieser Begriff steht für einen Menschen, der einen möglichst „pferdegemäßen“ Umgang mit seinen Vierbeinern sucht und ist durch den gleichnamigen Film richtig populär geworden.
So ein Pferdemensch versucht die Dinge aus der Sicht eines Pferdes zu sehen und zu achten was es uns durch seine (Körper)sprache mitteilt und in seiner eigenen "Sprache" mit dem Pferd ein Stück weit zu kommunizieren.
Außerdem soll sein Pferd ihm vertrauen und deshalb - nicht weil sein Willen „gebrochen“ und es aus Angst gefügig ist - gehorchen.
Dass sowas nicht nur phantastisches Gerede ist konnte ich und auch meine Mutter bei Niko in seinem Umgang mit Toprak tatsächlich sehen. Bei ihm schien sich mein Pferd ein wenig anders zu verhalten - ruhiger und das Schnappen zu vergessen.
Das Geheimnis ist wohl, dass Niko meinem jungen Hengst in der "Pferdesprache" signalisiert hat dass er der Boss ist und einem Chef gegenüber benehmen sich eben (nicht nur) Pferde anders!
Übrigens, letztes Jahr im Herbst hatte ich das Wort "Pferdeflüsterer" noch nicht mal gehört. Ich gehe eben fast nie ins Kino und die Pferdeszene war mir völlig fremd. Seit ich Toprak hatte änderte sich das ein wenig. Erst jetzt sind mir die relativ vielen Pferde auch in meiner Umgebung aufgefallen und sogar ganz in der Nähe von meiner Wohnung gab es einige sehr schöne Pferde zu sehen. Vor diesem Bauernhof mit den schönen Pferden war auch meist ein Hänger abgestellt mit der Aufschrift „teaching people to teach horses“ und der Webadresse http://www.parelli.at/.
So schaute ich mal nach was es auf dieser Homepage gab und war erfreut und auch enttäuscht. Erfreut weil vieles was ich da über Pferde und die Beziehung Mensch – Pferd las sehr interessant fand und mir gefiel. Enttäuscht weil ich schnell den Eindruck hatte dass dieser „Pferdemensch“ leider nur zu gut versteht wie Geld zu machen ist. Da steht ihm ein anderer bekannter amerikanischer Vertreter von „Natural Horsemanship“, Monty Roberts, kaum nach.
Hier ist die Homepage von Monty Roberts.
Jedenfalls war diese sehr Homepage der Start mit Hilfe von Google noch mehr über „Natural Horsemanship“ zu erfahren. So, das ist jetzt aber genug von meinem neuen Interessensgebiet Pferde.
Leider nur ganz kurz vor unserer Heimreise kam Ahmet mit Familie aus Diyarbakir an. Auch sie sind dann noch etwa 3 Wochen geblieben. Ahmet gehört mit seiner Famlie zu den ganz wenigen einheimischen Christen in der Türkei und seine größte Tochter nahm an einem christlichen Camp das jedes Jahr ganz in der Nähe stattfindet, teil.
Als Ahmet kam gab es schon die ersten Erdbeeren im Garten und auch die noch grünen und kleinen Pflaumen wurden von seiner Familie schon gesammelt und gegessen, etwas was in der Türkei üblich und sehr verbreitet ist.
Auf die Frage warum denn schon die unreifen Pflaumen gegessen werden gibt es die Antwort, dass man unmöglich alle dann essen kann wenn sie reif sind.
Nun, das ist ein Argument und so esse ich jetzt auch schon manchmal die noch grüne Pflaumen, allerdings sind mir die reifen 4 – 6 Wochen später doch um einiges lieber.
Die Kirschen scheinen in Kappadokien oder zumindest in meinem Garten etwas später zu sein als bei uns und die kann man nun beim besten Willen nicht unreif genießen.
Auf der Rückreise hatten wir einen Flug von Ankara nach Berlin! um 29 Euro und nach kurzem Aufenthalt ging es um den selben Preis weiter (oder zurück) nach München. Ein wenig ungewöhnlich und vielleicht umständlich aber trotzdem preisgünstig und angenehm um von Kappadokien nach Vorarlberg zu kommen...
Nicht alle Flüge sind bei Germanwings um 29 Euro aber wenn du eine Portion Glück hast...
Abfahrt in Ortahisar war übrigens mit dem Bus um 20 Uhr. Um 4 Uhr in der Früh ging es dann von Ankara nach Berlin und mit einem zeitlich eher knappen Anschluss (war aber bei der neuerlich überpünktlichen!! Ankunft kein Problem) ging es nach reibungslosem Aus- und Einchecken gleich weiter nach München und von dort schließlich mit dem Zug nach Österreich.

13. März bis 7. April 2005




































































Gleich nach meiner Rückkehr nach Österreich hatte ich den Hinflug für den 2. März gebucht in der Hoffnung, dass ich bis zu diesem Zeitpunkt durch Überstunden mir eine Woche „Zusatzurlaub“ erarbeitet habe. Leider war dieser Traum kurz und durch eine Dienstplanänderung schon am 12. Dezember ausgeträumt und so ging es Mitte März wieder in die Türkei.
Bei all den Veränderungen bei den ÖBB die letzten Jahre (ich habe übrigens Verständnis dafür) trifft mich mehr als 1 Woche weniger Urlaub und kaum eine Möglichkeit mehr mit Überstunden zusätzliche Urlaubstage zu erarbeiten sehr persönlich. Wenn ich in Zukunft weiterhin 3 – 4 x im Jahr in die Türkei will werden meine Aufenthalte leider kürzer sein müssen, selbst wenn ich weiterhin einen Monat unbezahlten Karenzurlaub bekommen sollte.
Ich war froh, dass ich auch für den 13. März einen supergünstigen Flug mit Germanwings bekam. Mit dieser Fluggesellschaft fliege ich seit einigen Jahren fast immer und habe bisher nur positive Erfahrungen gemacht. Eine davon bei unserem Rückflug 3 Wochen später.
Olga, meine 80-jährige Reisebegleiterin traf eine gute halbe Stunde vor der Abflugszeit (die auch diesmal eingehalten wurde) nach einer fast abenteuerlichen Anreise (sie ist in Antalya mit ihrem einheimischen Begleiter in den falschen Bus gestiegen!) mit Bus, LKW und Taxi aus Antalya am Flughafen ein. Nervös war dabei nur ich, für die Leute von Germanwings am Istanbuler Flughafen war das noch kein Grund ihre Fassung und Freundlichkeit zu verlieren.
Aber auch Olga schien nicht besonders beunruhigt. Wir reisten von Dornbirn bis Istanbul gemeinsam, dort wurde sie abgeholt und wieder hingebracht. Es ist schon was Besonderes wenn man mit 80 noch so reisefit ist wie diese Bregenzerwälderin.
Ich hatte übrigens wie so oft einige Kilo mehr dabei als die bei Germanwings erlaubten 20 kg. Diesmal war ein Sattel für Toprak hauptsächlich dafür verantwortlich und es gab keine Probleme weil Olga mit relativ leichtem Gepäck reiste. Aber auch bei echtem Übergepäck war diese Fluggesellschaft bis zu 3 – 4 kg bisher immer großzügig und verzichtete auf eine Bezahlung.
Die beiden Fotos oben und dieses rechts habe ich in Mugla gemacht. Mugla ist eine moderne und traditionelle Kleinstadt zugleich und ist auch deshalb besonders interessant und reizvoll. Es gibt dort einen wunderschönen großen Markt wo man gut und günstig einkaufen kann und auch den Stein mit dieser interessanten Aufschrift steht dort in einem kleinen Park. Den türkischen Text könnte man vielleicht so übersetzen:
Das hier ist der Platz der Grenzenlosigkeit (oder der grenzenlosen Freiheit). Wenn du denkst und etwas zu sagen hast und dein Herz (Mut) ausreicht, schweige nicht, sprich
Wie schön wäre es wenn es in diesem großen und wunderbaren Land ein wenig mehr „Grenzenlosigkeit“ und Freiheit geben würde! Aber die Freiheit von der dieser Stein spricht ist bis heute in der Türkei leider nur ein Traum.
Zu einem echt guten und supergünstigen Reitsattel bin ich durch meinen Freund Peter gekommen der regelmäßig Flohmärkte besucht. Als er einen Sattel entdeckte von dem er glaubte, dass er meinem Pferd passen könnte und der dazu zu einem fast unglaublich niedrigen Preis zu haben war verständigte er mich und wir gingen gleich am nächsten Sonntag zusammen hin.
Gute Reitsättel sind in der Türkei (oder zumindest in Kappadokien) noch Mangelware. So blieb mir gar keine andere Wahl als ein Sattel (ohne Probe) zu importieren. Aber um diesen Preis konnte ich kaum einen großen Fehler machen. Natürlich war ich mehr als froh, als der Sattel Toprak dann auch wirklich gut passte (soweit ich das beurteilen kann).
Ob sich mein Pferd unter einem an Ort und Stelle ausgemessenen und ausgetesteten Sattel für 1000 oder 2000 Euro (diese Preise sind für einen guten neuen Sattel bei uns wohl normal, nach oben hin scheint es ohnehin kaum Grenzen zu geben!) wesentlich anders fühlen würde weiß ich nicht sicher, aber ich kann es mir kaum vorstellen. Jedenfalls kann ich kein Anzeichen für eine Druckstelle oder Unbehagen bei Toprak erkennen.
Auf dem Busbahnhof in Harem trennten sich die Wege von Olga und mir, sie hatte noch eine Reise nach Antalya vor sich und ich wollte nach Kappadokien – mit einem Umweg über Mugla im Südwesten. Vielleicht war es die Jahreszeit oder wir hatten die Möglichkeiten mit den verschiedenen Busgesellschaften nicht sorgfältig genug geprüft, wir mussten diesmal bis 6 bzw. 7 Uhr auf einen Bus warten (Tee trinken!).
Das Wetter war kühl und regnerisch und ich freute mich auf Mugla weiter im Süden wo ich noch Freunde besuchen wollte.
Die meisten würden sagen, dass Mitte März auch nicht die beste Zeit ist um Kappadokien zu besuchen. Und ganz so unrecht hat man mit dieser Meinung nicht, 3 bis 4 Wochen später ist es von den Temperaturen her doch um einiges angenehmer.
Nach meiner Erfahrung wird es meist um Mitte April schön warm. Im März können die Nächte noch sehr kalt sein und auch die Obstbäume blühen hoffentlich (wegen Frostgefahr) noch nicht.
Allerdings schaffe ich es oft nicht so lange zu warten und mein erster Besuch ist vor der idealsten Zeit.
Seit ich die Obstgärten habe ist meist noch Arbeit vom Herbst übrig und um Pferdemist in die Gärten zu bringen oder Holz aufzuarbeiten und andere kleine Arbeiten ist der März mehr als okay.
Auch die Pferde scheinen den beginnenden Frühling und unsere gemeinsamen Ausflüge mit fast täglich mehr grün und besserem Fressen zu genießen.
Und ich entdecke bei meinen Spaziergängen und Wanderungen auch in der unmittelbaren Umgebung immer wieder neue und faszinierende Dinge wie originelle Malereien als Verzierung von Taubenschlägen oder Überbleibsel von altem Imkerhandwerk oder andere Relikte aus vergangener Zeit.
Neben der Freude auf das Wiedersehen mit (menschlichen) Freunden freute ich mich auch auf die Tiere im Stall von denen leider nur Garip und Toprak übriggeblieben waren. Silly und die Hühner gab es nicht mehr. Allerdings völlig überrascht war ich nicht – es hätte mich schon fast ein wenig gewundert wenn Hund und auch alle 10 Hühner noch da gewesen wären.
Silly soll eines Tages am Abend nicht mehr nach Hause gekommen sein, vielleicht von Gemeindebediensteten bei einer „Hunderazzia“ eingesammelt (angeblich soll man von Zeit zu Zeit streunende Hunde einfangen und irgendwo hin bringen, wohin genau sagte man mir nicht).
Es gibt noch andere Möglichkeiten für das Verschwinden eines Hundes aber eines ist klar, wegen einem Hund stellt man hier keine unangenehmen Fragen und macht kein Theater. Schon am nächsten Tag soll übrigens ein Marder bemerkt haben dass Silly nicht mehr als „Aufpasser“ im Stall ist und ein paar Hühnern das Leben gekostet haben. Die Übriggebliebenen wurden der Einfachheit halber sofort „notgeschlachtet“. Das ist jedenfalls die Geschichte die man mir erzählte.
Die Winterszeit hatte ich übrigens nicht nur für einen Sattelkauf genutzt, ich hab mich auch eifrig durch Bücher über Pferde etwas schlauer gemacht. Dass ich hier wirklich ein Menge nachholen und so schnell wie möglich viel lernen musste war keine Frage bei meinem jungen Hengst.
Bei Garip war das nicht so offensichtlich, wahrscheinlich weil mein Maultier wirklich ein außergewöhnliches Tier – oder/und sehr gut erzogen wurde (nicht von mir!).
Beißen oder Treten war nie und in keiner Situation ein Thema und alles was ich von Garip wirklich wollte macht(e) er einfach prima.
Er (oder sie) steht völlig still beim Striegeln, Satteln und Be- und abladen (sind das die rechten Ausdrücke?) und erst wenn ich ihn am Führstrick nehme und kurz daran ziehe oder/und leicht mit der Zunge schnalze geht Garip los.
Meine Maultierdame hat schon einige Zuseher ins Staunen gebracht, wenn ich schnell in ein Geschäft ging und mein Muli brav und manchmal unangebunden davor auf mich wartete, so als ob es das selbstverständlichste wäre auf einen Freund zu warten der schnell was zu erledigen hat....
Das einzige was nicht ganz so super ist, das er ab und zu auch mal ein wenig stur sein kann. Aber das erwartet man ja schon fast von einem Muli und außerdem ist dieses Problem mit ein wenig Haus- oder Pferdeverstand zu lösen.
Dass ich bei einem Kräftemessen den kürzeren ziehen würde ist klar und Schlagen könnte ich meinen Freund sowieso nicht.
Solche Momente wo Garip nicht mag sind auch wirklich selten. Trotzdem kommt es mal vor dass mein Maultier und ich verschiedene Meinungen z. B. über einen geeigneten Weg haben und Garip sich zuerst mal weigert etwa eine bestimmte Gasse zu betreten. Fast immer braucht mein Freund nur kurze Zeit (manchmal eine Minute oder zwei) um sich die Sache doch anders zu überlegen und wir sind wieder der gleichen Meinung.
In diesem seltenen Fall bin ich auch immer noch sturer als mein Maultier, denn ich denke wenn ich hier nicht konsequent wäre und ihm seinen Willen ließe hätte das Folgen und mit der Zeit würden ihm meine Ideen wohl immer öfter „missfallen“.
Meist braucht es aber nur etwas gutes Zureden und ein wenig Zeit für das Umdenken und Einlenken von Garip.
Bei Toprak meinem jungen Hengst war die Sache nicht ganz so einfach. Da merkte ich bald, dass ich mit meinem „Pferdeverstand“ am Ende war und mir einfach einiges an Wissen über Pferde fehlt. So bin ich also öfters gleich mit 2 oder 3 Büchern über Pferde unterm Arm von der Dornbirner Stadtbibliothek nach Hause und habe auch wirklich eine Menge über die Pferdepsyche gelernt und manches konnte ich jetzt besser verstehen und einordnen.
Für europäische Pferdefreunde ist was ich machte wohl Wahnsinn. Völlig unvorbereitet und ohne irgendwelche Kenntnisse über Pferde kaufte ich einen 5-jährigen Hengst. Ja, ich wusste so viel von Pferden dass für mich auch Stute oder Hengst egal war.
Die Fotos sind von einer sehr schönen Pferderanch einer Französin in Ürgüp, die ich schon letzten Herbst kennen gelernt hatte. Wenn du in Kappadokien bist und reiten möchtest ist das eine gute Adresse!
Ja, ich hatte also einiges durch Bücher über Pferde gelernt über den Winter und das war auch notwendig. Sonst wäre meine Liebe zu Toprak vielleicht doch noch in Ernüchterung und Enttäuschung umgeschlagen.
So lernte ich, dass ein Pferd ein Herdentier ist und jedes Tier innerhalb der Herde einen festen Platz hat. Sobald Pferde zusammenkommen erstellen sie eine Rangordnung, das ist ihnen einfach angeboren. So dominiert ein Pferd alle anderen in der Gruppe und das rangniedrigste Pferd ist den anderen untertan. Die Pferde dazwischen gehorchen nach oben und beherrschen nach unten.
Sicher ist das nicht ganz starr, es auch unter Pferden Freundschaften oder familiäre Beziehungen wo die Rangordnungsregel manchmal gebrochen wird. Aber eine Pferdeherde ist kein ungeordneter Haufen. Jedes Tier hat, wenn es z. B. zur Tränke geht, einen festen Platz in der Reihenfolge.
Wichtig für den Umgang mit Pferden ist auch zu wissen, dass derjenige, der Bewegung und Richtung bestimmt, der Chef ist. So sollte man ein Pferd auffordern zur Seite zu gehen - wenn es nötig ist - und nicht selbst ausweichen. Man darf sich auch nicht drängeln oder am Strick ziehen lassen. So etwas zeigt dem Pferd, dass es der Boss ist und wir bestätigen direkt, dass es sich in der Rangordnung über uns befindet.
Hier machte ich im Herbst eine ganze Menge Fehler einfach weil ich es nicht besser wusste. Bei meinem schon betagteren Maultier schienen sich all meine eklatanten „Erziehungsfehler“ nicht so sehr auszuwirken aber was Toprak - meinem von Natur aus dominanteren Hengst - betrifft gingen mir beim Lesen von verschiedenen Büchern über die Natur der Pferde die Augen auf.
Jetzt galt es also solch grobe Fehler in der Pferdeerziehung auszubügeln und nicht mehr zu machen. Aber jetzt mal genug zum Thema Pferde für dieses Mal, ich denke ich schreibe im nächsten Bericht dann nochmal ein wenig mehr davon.
Mit Müslüm war ich auch mal mit Pferd und Maultier in Ürgüp, wo wir unter anderem wieder meinen alten Schuster und die Pferdefarm dort besucht haben.
Zwischen Ortahisar und Ürgüp gibt es mehrere wunderschöne Wege die man mit dem Pferd nehmen kann ohne auch nur einmal eine Autostraße zu überqueren.
Und sehr schön war die Gemeinschaft am Sonntag mit amerikanischen Glaubensgeschwistern in Avanos. Das Zusammensein mit Christen war für mich bisher immer etwas, das ich in meinem Traumland sehr vermisst habe. Aber diesmal konnte ich Ostern mit anderen Christen zusammen feiern.
Mit meinen Freund Shige (einem von ihnen) war ich Ende März auch zum ersten Mal in einem islamischen „Hauskreis“, einem Gesprächsabend über Glaubensthemen. Ich wurde von Müslüm mit dem Leiter dieser Gruppe bekannt gemacht und dann eingeladen an einem Abend über meinen Glauben zu reden. Da ich damit überfordert war fragte ich ob ich evtl. einen Freund der wirklich gut Türkisch spricht mitbringen könnte. Das war okay und auch Shige war damit gleich einverstanden.
Es wurde ein langer und interessanter Abend auch wenn es zumindest dem Leiter doch mehr um Diskussion als Information ging.
Jedenfalls hatte ich bisher nicht gewusst, dass es in Ortahisar Leute gibt, die ihre Zeit abends statt im Teehaus mit Gesprächen über Gott verbringen.
Dieses Treffen, das zumindest einmal in der Woche in einer privaten Wohnung stattfindet, soll meist von 10 bis zu 15 Männern besucht werden (bei unserem Besuch waren es aber etwas weniger).
Kurz vor der leider wieder viel zu frühen Abreise kamen noch Kip und Wendy, alte Freunde aus Antalya und die Freude über ein Wiedersehen nach 10 Jahren war wirklich riesengroß.
Kip und Wendy leben schon sehr lange in der Türkei und konnten mir auch in manchem einen guten Raten geben – etwa zum leidigen Thema Geld borgen. Sie blieben dann noch einige Zeit in Ortahisar und ja, es hat ihnen gefallen!

Freitag, Dezember 08, 2006

25. August bis 25. November 2004


















































































Dies ist ein Bericht von meinem bisher längsten Türkeiaufenthalt (3 Monate, vom 25. August bis 25. November 2004). Nachdem ich schon lange von einem mehrmonatigen Türkeiaufenthalt geträumt hatte ist mein Traum dieses Jahr Ende August Wirklichkeit geworden. Ich habe September und Oktober unbezahlten Urlaub bekommen und die restliche Zeit im August und November nahm ich Zeitausgleich und „normalen“ Urlaub.
So war es schon ein besonderes Gefühl als ich am 25. August spät abends in der Maschine von Germanwings neben einem Freund – am Flughafen getroffen - saß und 3 Monate Türkei vor mir hatte. Den deutschen Billigflieger kann ich nur empfehlen – immer pünktlich und professionelle Abfertigung vor und nach dem Flug.
Hier noch ein super Link dazu: http://www.flughammer.de/flug/index.html. Ist eine echte Hilfe für die Reiseplanung und um wirklich billige Flüge zu finden!
Mein erstes Ziel war wie so oft Mugla. Obwohl dieser Abstecher zu Freunden im Südwesten der Türkei meine Zeit im Bus nach Kappadokien verdoppelt ist er schon fast Tradition.
Ich hatte ein wenig Angst, dass die Ankunft in Istanbul um 2 Uhr 35 in der Nacht ungemütlich sein könnte wenn kein Freund am Flughafen wartet bei dem man dann ausschlafen kann - wie im Frühjahr!
Allerdings lief dann alles ganz gut. Ein Flughafenbus wartet auf die beiden Flüge von Germanwings aus Stuttgart und Köln und bringt die Passagiere in die Stadt oder mich nach Harem (Busbahnhof auf der asiatischen Seite). Dort musste ich nicht lange auf einen Bus nach Izmir warten. Die gleiche Erfahrung machte Peter 2 Monate später mit einem Bus nach Ankara. Die Weiterfahrt von Izmir nach Mugla (oder von Ankara nach Kappadokien) ist kein Problem.
Immer wieder haben Leute Fragen zu so langen Busfahrten (10 – 12 Stunden). Ich kann nur sagen, dass ich seit der Einführung des Rauchverbots im Bus auch längere Fahrten meist genieße.
Schon seit Jahren wird mit vernünftiger Geschwindigkeit gefahren, nach etwa 3 Stunden Fahrt gibt es eine ½ stündige Pause an einer Raststätte (wo man u. a. essen, trinken, telefonieren, auf ein WC gehen und einkaufen kann) und es gibt je nach Gesellschaft auch an Bord ein mehr oder weniger gutes Service.
Das alles zu einem sehr günstigen Preis - jedenfalls für Westeuropäer - z.B. von Istanbul nach Kappadokien kostet die Fahrt nicht viel mehr als 15 Euro.
Nur die primitiven Action- u. Gewaltvideos, die bei einer Nachtfahrt in den Abendstunden von wirklich jeder mir bekannten Busgesellschaft dem Fahrgast zugemutet werden trüben meine Begeisterung für dieses Verkehrsmittel. Dass dieses Angebot den Geschmack der meisten Passagiere treffen soll bleibt für mich eines der Geheimnisse, die dieses Land auch nach 10 Jahren für mich hat.
Bei der Fahrt am Tag bleibt der Video dem Fahrgast erspart und so kam ich am späten Nachmittag ohne Zwangsbeglückung in Mugla an.
Diese kleine Provinzhauptstadt war und ist für mich ein Ort den ich gerne besuche. Wenn du dir die anderen Seiten dieser Homepage ansiehst (z.B. Ein etwas anderer Urlaub) erfährst du auch warum. Meine Freunde in dieser Stadt sind aber der Grund warum ich fast bei jeder Türkeifahrt einmal dort bin.
Diesmal konnte ich nur eine Nacht und einen Tag bleiben da ich gleich zu Beginn meines Urlaubs in Ortahisar Besuch erwartete. Aber wie jedes Mal hat sich auch ein kurzer Tag in Mugla gelohnt – diesmal war in einem der Gästehäuser von meinen Freunden gerade eine Gruppe aus Österreich!
Am Abend ging es mit Nachtbus (und Videobelästigung) weiter nach Kappadokien.
Ein Nachteil von meinem romantischen alten Haus in Kappadokien ist, dass nach einigen Monaten - auch wenn verschlossen und unbenutzt - gründliches Staubabwischen (bzw. –saugen) angesagt ist. Wie alles hat auch Romantik einen Preis! So verbringe ich meist mehrere Stunden vor einem Gästeempfang mit Reinigungsarbeiten aber da ich mich auf Besucher freue ist das nicht ganz so schlimm.
Dass Türken weniger Wert auf Ordnung und Sauberkeit im Hof, auf der Terrasse oder rund ums Haus (kurz: außerhalb von geschlossenen Räumen) legen als Mittel- oder Westeuropäer verringert den Aufwand nicht obwohl mir da Zübeyde fast immer verständnisvoll und fleißig hilft.
Zübeyde und Arif leben mit Kindern Müslüm und Yasemin im „neueren“ (ist aber vielleicht auch schon 30 oder 40 Jahre alt) Teil des Hauses. Den kleinen Hof, die Terrasse und die beiden Hauseingänge (unten und oben) benutzen wir gemeinsam.
Trotz der zusätzlichen Arbeit freut mich Besuch. Diesmal kam Eugen – wir kennen uns schon seit unserer Schulzeit – mit seiner Familie für einige Tage. Sie machten übrigens auch eine Ballonfahrt und waren begeistert. Für unsere Verhältnisse ist es sehr preiswert (etwa 100 Euro) und es gibt wohl kaum eine interessantere Landschaft dafür als Kappadokien. Ich hab mir diesen Spaß allerdings noch nicht geleistet. Für mich gibt es immer noch zu viel vom Boden aus zu entdecken!
Leider nur sehr kurz war der Besuch von Manfred und Debrah und ihren Freunden aus Deutschland. Sie wollten noch mehr von der Türkei sehen und ihr nächstes Ziel war der heiße Südosten.
Nur kurz getroffen habe ich mich eigentlich auch mit Gerhard und Erika, die diesen September schon zum dritten Mal Ortahisar einen Besuch abgestattet haben und sogar schon ein wenig Türkisch sprechen! Aber ihnen geht es genauso wie mir – langweilig ist ihnen in Kappadokien auch nicht!
Obwohl ich nicht deshalb meinen ganzen Urlaub in der Türkei verbringe weil ich Land und Leute nicht mag ist es doch manchmal schön in der Muttersprache reden und davon ausgehen zu können, dass die Empfindungen des anderen nicht allzu verschieden von den eigenen sind.
Ja, nach so viel Jahren Türkei hat das Land immer noch Überraschungen für mich bereit und die unzähligen kulturellen Unterschiede kenne ich wohl noch nicht gut genug um nicht immer wieder mal neu erstaunt zu sein.
Was mich oft verwundert sind unerwartete Frei- (oder/und Ungleichheiten) für den Mann. Ich habe da wohl noch lange nicht ausgelernt und vielleicht schreibe ich später noch etwas dazu.
Warum habe ich 2 Monate ohne Gehalt in Kauf genommen um einmal an einem Stück ein paar Wochen länger in der Türkei zu sein?
Vielleicht der wichtigste Grund dafür war mal auszuprobieren ob einige Leute recht haben wenn sie sagen: „Ja, wenn du nur ein wenig länger in der Türkei leben würdest wäre dies und jenes auch nicht mehr so super für dich.“ Ich konnte ihnen nicht so recht glauben dass durch meine „Urlauberbrille“ alles so anders aussehen sollte.
Teilweise muss ich ihnen jetzt aber doch recht geben. Wenn du 3 Monate an einem Ort lebst bist du nicht mehr ein typischer Urlauber – und das hat Auswirkungen.
Da merkt man, dass „richtige“ Touristen doch ein wenig anders behandelt werden und auf die Frage ob die Freundlichkeiten mancher Leute aus Herzen oder nur berechnend sind gibt es zunehmend eine Antwort.
Von einem echten Touristen bekommt man doch manchmal unerwartet viel Geld und Männer von Touristinnen auch oft noch anderes...
Nun, ich machte ja auch schon die letzten Jahre oft und lange Urlaub in Ortahisar und war für viele auch schon da nicht mehr ein normaler Urlauber. Trotzdem, manches fiel mir diesmal einfach mehr auf als sonst.
Ein weiterer Grund war, dass ich mir von einem längeren Aufenthalt in der Sprache einen gewissen Durchbruch erhoffte.
Dieses Ziel habe ich leider verfehlt obwohl es nicht unerreichbar gewesen wäre. Ich hatte die Monate vor meinem großen Urlaub fürs Türkischlernen keine Zeit und auch in der ersten Hälfte meines Urlaubs war ich nicht genügend motiviert bzw. mich beschäftigte anderes.
Als ich in der zweiten Oktoberhälfte die Motivation wieder gefunden hatte ging es nicht mehr lange bis ich mir ein Pferd kaufte (ja, zusätzlich zu Garip, meinem Maultier!) und mein Arbeitskollege Peter – der Tirolerisch redet - kam. Da war dann eine kurze Lernphase schon wieder zu Ende. Aber ich bin immer noch (oder wieder) sehr motiviert Türkisch wirklich gut zu lernen.
Noch ein Grund waren die Obstgärten und der Wunsch einmal möglichst lange in der Erntezeit dort zu sein.
Für das Ernteerlebnis hätte ich mir aber ein anderes Jahr aussuchen müssen! Leider gab es dieses Jahr durch Fröste in der Blütezeit (Kappadokien liegt über 1000 Meter hoch) einen fast totalen Ernteausfall. So gab es neben Trauben und wenigen Quitten und Äpfeln in meinen Gärten fast gar nichts. Für die Aprikosen wäre ich Ende August sowieso zu spät gewesen aber um die Pflaumen, Birnen und Nüsse tat es mir schon ein wenig leid.
Für mich war die Situation nicht sehr tragisch aber für die einheimischen Obstbauern ist so eine Missernte nicht lustig. Die hatten öfters auch eine Erklärung dafür: Die Strafe Gottes für die unzüchtige Kleidung, die jetzt immer öfter auch Türkinnen trügen.
Eigentlich wäre der Ernteausfall ja die Möglichkeit gewesen mich aufs Türkischlernen zu konzentrieren. Leider war ich diesmal in den ersten Wochen zuwenig motiviert.
So war ich trotz der schlechten Ernte oft in den Gärten (immerhin Trauben gab es genug!) oder mit Garip, meinem Maultier auf Erkundungstouren.
Denn von der kappadokischen Traumlandschaft kann ich wohl nie genug bekommen! Da verstehe ich Leute, die sagen dass die Gegend schön und interessant wäre aber im Großen und Ganzen doch immer wieder das gleiche (vor allem Felsen) einfach nicht.
Ich entdecke nach vielen Jahren nur rund um Ortahisar fast jeden Tag Neues und Faszinierendes. Aber das muss wohl im Detail oder meinen besonderen Augen liegen!
Wenn ich den Ernteausfall auch nicht zum Türkischlernen nutzte hatte er trotzdem eine gute Seite. So hatte ich Zeit die tolle Landschaft endlich ausgiebiger zu erkunden und das wollte ich schon lange!
Bis dieses Frühjahr war ich bei jedem Urlaub auch mit Arbeiten am Haus beschäftigt. Es war das erste Mal dass gar keine Bauarbeiten mehr anfielen (es ist jetzt wirklich ganz fertig und ich hab sogar eine Waschmaschine angeschafft!!).
So wurden – sogar ein wenig unerwartet – meine Kenntnisse (und du wirst es kaum glauben – auch meine Begeisterung!) über die unzähligen kappadokischen Täler und Wandermöglichkeiten größer.
Manchmal war ich alleine unterwegs, manchmal mit Freunden und Gästen und fast immer war mein Maultier, ab Ende Oktober auch mein Pferd dabei. Aber über Toprak, mein Pferd schreibe ich noch.
Mein altes Vorhaben für Freunde und Gäste von einigen Wanderungen Beschreibungen und Skizzen anzufertigen habe ich leider wieder nicht verwirklicht.
Nicht weil ich es nicht für sinnvoll halte oder es nicht will aber es ist einfach sehr schwierig und aufwendig. Ich denke ich müsste dafür wirklich alleine mit diesem Ziel und Stoppuhr, Notizblock und Fotoapparat Wanderungen machen! Dafür habe ich mir auch diesmal keine Zeit genommen aber ich hoffe dass dieser Plan von einer kleinen Mappe mit illustrierten und beschriebenen Wanderungen für meine Freunde doch bald einmal verwirklicht wird.
Na ja, es gibt noch keine Beschreibungen und Skizzen auf Papier aber viele wunderschöne Plätze und Wanderungen in meinem Kopf. Und einige davon habe ich erst diesmal entdeckt. So habe ich zumindest die Grundlage für die Verwirklichung meines Planes verbessert.
Mitte September klappte es auch mit einem lang geplanten Ausflug in das Heimatdorf von Osman, der die Arbeit in meinen Gärten tut wenn ich nicht da bin (und manchmal sogar wenn ich da bin, obwohl dann meist gemeinsam).
„Sein“ Dorf im Taurusgebirge gehört bereits zur Provinz Adana und wäre trotzdem mit dem Auto in nicht viel mehr als 2 Stunden von Kappadokien aus erreichbar.
Wir fuhren aber mit dem Bus über Kayseri und brauchten fast einen Tag, einige Stunden Aufenthalt im schönen Provinzstädtchen Develi eingerechnet. Denn von dort gibt es nur einen Bus pro Tag nach Pekmezli, dem Dorf von Osman. Dieses „Sammeltaxi“ fährt nun mal gegen Abend und ohne genau festgelegten Fahrplan.
Der Dolmusfahrer kennt seine Fahrgäste und wartet bis auch der letzte sein Geschäft in der Stadt erledigt hat.
Bis ins Dorf steigt dann kaum mehr jemand ein oder aus aber es wurde 2 oder 3 x an einer Mühle angehalten. (Auch den Gütertransport übernimmt der Bus und das Brot bäckt man meist noch selbst)
Der Aufenthalt in Pekmezli war für mich einer der Höhepunkte in diesen 3 Monaten. Sicher nicht jeder würde so empfinden aber für mich war sogar die Nacht anders.
Wenn ich schon manchmal in Kappadokien sehr über den Sternenhimmel gestaunt habe schien mir das hier noch phantastischer.
Dafür gibt es eine einfache Erklärung, sagte man mir. Wenn der smogfreie Himmelsblick in der Nacht von keinem Umgebungslicht (wie etwa Straßenbeleuchtung usw.) „getrübt“ wird sieht man die natürlichen Himmelslichter eben konkurrenzlos klar.
Und im Dorf Pekmezli ist es mitten in der Nacht einfach total finster, was man von Ortahisar nicht sagen kann. Da ich meist in der Nacht ein- oder zweimal aufstehen muss und es zum WC (ein WC, d. h. Water-Closet ist das Örtchen streng genommen nicht) in einem Dorf wie Pekmezli noch 20 – 30 Meter im Freien sind hatte ich Gelegenheit den Sternenhimmel im Taurusgebirge zu bewundern. Wenn man schon mal auf und angezogen ist...
Übrigens, „Pekmez“ ist eine Art Traubensirup (mehr oder wenig dünn bzw. dick) und fehlt kaum mal bei einer türkischen Mahlzeit in der Familie. Man kann es ein wenig mit Honig vergleichen.
Pekmez ist sehr vielseitig verwendbar und ich tu es besonders gern ins Yoghurt hinein!
Die Endung li heißt mit und so bedeutet Pekmezli „mit Pekmez“. Ev heißt Haus und evli also „mit Haus“ bzw. verheiratet.
In Kappadokien gibt es Dörfer mit dem Namen Ayvali, Bahceli und Kaymakli. Also „mit Quitten“, „mit Garten“ usw. So, das war jetzt schon fast wie im Türkischkurs aber du siehst die oft sehr fremden türkischen Vokabeln zu lernen ist gar nicht so schwer!
Jedenfalls erleichtern die vielen Buben-, Mädchen-, Familien- und Ortsnamen mit Sinn die Sache mit dem Vokabellernen, finde ich. Übrigens, ganz richtig habe ich vorhin nicht alle Wörter geschrieben. Das liegt daran, dass es im Türkischen einige Buchstaben gibt die wir nicht haben. So gibt es ein i ohne Punkt und ...
Aber das war jetzt genug Türkisch und ich bin außerdem vom Thema abgekommen, ich wollte ja noch etwas mehr über Pekmezli (den Ort) und seine Faszination auf mich sagen.
Ich hab schon oft auf dieser Homepage etwas über die Begeisterung, die ich für das einfache Leben in Kappadokien empfinde, geschrieben.
Leider (natürlich nur für mich!) wird das einfache Leben in dieser touristischen Region doch jedes Jahr etwas moderner, so lebt der Esel manchmal nur noch wegen der Oma - für sie ist es immer noch unverstellbar auf das vertraute Tier zu verzichten - und wird auch fast nur mehr von ihr gebraucht.
Die abgelegenen Dörfer im Taurus sind mit der Modernisierung weniger fortgeschritten und Esel, Maultier und Pferd sind dort noch wesentlich öfter im Einsatz.
Ein Mann, der mir noch lange in Erinnerung bleiben wird ist der blinde Lebensmittelhändler im Ort, der den winzigen, mit allen notwendigen Sachen vollgestopften Laden (bakkal) ganz alleine mit seinem Sohn betreibt.
Der blinde Mann spielt Geige und singt auch, das verkürzt ihm sicherlich manchmal das Warten auf Kundschaft! Als ich dort war nahm er seine Geige und spielte ein paar Stücke. Bald holte noch ein anderer „Dorfmusiker“ sein Instrument und eine kleine spontane Session begann. Gibt es so etwas in unserer modernen Welt?
Nur zu gerne hätte ich als Erinnerung 2 oder